Die Entwickelung der Heilkunde in ihren Hauptzügen : zur Darstellung gebracht. Aus dem Nachlasse hrsg / Hugo Magnus.
- Hugo Magnus
- Date:
- 1907
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Credit: Die Entwickelung der Heilkunde in ihren Hauptzügen : zur Darstellung gebracht. Aus dem Nachlasse hrsg / Hugo Magnus. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![I Kunststückchen, mit dem dem verehrlichen Pubiiiium eine innige Gemeinschaft zwischen Philosophie und Naturwissenschaft nur vor- gespiegelt wird. 1 Dieses Beispiel wird genügen, um zu zeigen, was es mit der von Häckel versuchten Versöhnung von Naturwissenschaft und i Philosophie auf sich hat. Gewiß ist diese Versöhnung im Inter- j esse des Naturerkennens durchaus nötig, und sie wird deshalb j auch kommen. Aber sie kann nur kommen, wenn man die j beiden Elemente der Erfahrung, die Sinnes- wie die Verstandes- ! arbeit, jede unbehindert ihren Weg gehen läßt. Nur aus der freien Betätigung beider kann die Natur-, die Weltanschauung erwachsen, i nach welcher sich die moderne Menschheit so bangt. Man darf I sich deshalb auch nicht etwa bange machen lassen, wenn dieser oder jener durch und durch positivistisch gesinnte Forscher — und im Augenblick gibt es deren noch genug — versichert: Die Ver- i bindung der Naturwissenschaft resp. Medizin mit der Philosophie | bedeute einen offenkundigen Rückschritt des Naturerkennens. Das 1 ist ganz und gar nicht wahr. Denn wie wir wiederholt im Laufe ] dieser Untersuchung nachgewiesen haben, ist die Naturbetrachtung ) fest mit dem erkenntnis-theoretischen Gesetz von jenen beiden , Faktoren, Sinnesorganen und Verstand, begründet, deren Produkt i die Erfahrung ist. Der Positivismus hat sich einer unerlaubten ^ Nichtachtung dieses Gesetzes schuldig gemacht, und wenn man sich daher jetzt anschickt, diese Nichtachtung wieder auszugleichen und das Zusammenwirken jener beiden Faktoren in die Wege zu leiten, so bedeutet dies keinen Rückschritt, sondern im Gegenteil einen Fortschritt, und zwar einen Fortschritt bezüglich jener Un- i fruchtbarkeit, welche der Positivismus jeder Auffassung eines Zu- sammenhanges der Erscheinungen gegenüber bisher an den Tag ^ gelegt hat. Die Aufgabe der modernen Zeit wird es nun aber sein, diese Arbeit zu leisten und festzustellen, welchen Anteil dabei die Sinnes- organe und der Verstand aufzubringen haben. Schwer ist diese ^ Aufgabe, ja sehr schwer. Und ob man in Kürze den richtigen Weg finden wird, Naturforschung und Philosophie so zu versöhnen, daß dieser Vereinigung zu keiner Zeit mehr ein Widerspruch entsteht, möchten wir bezweifeln. Aber dadurch wird sich die Forschung unsrer und der kommenden Tage nicht abhalten lassen, ^ sie wird die Versöhnung suchen, nach der Häckel mit seiner j monistischen Philosophie vergeblich gestrebt hat. 1 !](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24757421_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)