Die einfache chronische Exsudativ-Peritonitis / von Hermann Vierordt.
- Vierordt, Hermann, 1853-1943.
- Date:
- 1884
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die einfache chronische Exsudativ-Peritonitis / von Hermann Vierordt. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
109/148 page 103
![zweckmässiger Diät, später in Syrup. ferr. joclat. Nacli 6 Wochen noch derselbe Stand des Exsudates, das Abdomen mass wie früher, 26 Zoll. Jezt wurde ausser Eisen noch Leberthrau gegeben. Nach 14 Tagen mass der Bauch 24, nach weiteren 14 nur noch 23, und es konnte kein Erguss im Bauchfellraum mehr nachgewiesen werden. Zehn Tage darauf wurde die Kranke mit geringer Spizen- dämpfung entlassen. — Ein zweiter Fall, 12jähriges Mädchen aus nachgewiesen scrofulös-tuberculöser Familie stammend (Vater todt, Mutter phthisisch) erschien schon »hoffnungslos« und verlief noch günstig, desgleichen ein dritter: kleines Mädchen (ohne Altersan- gabe) mit Spizendämpfung und entzündlichem, durch das Mikroskop als solches nachgewiesenem, Exsudat, das zweimal punktirt wurde. Anderson ist der Ansicht, dass die Punktion in günstiger Weise auf die Heilung eingewirkt habe und dass die tuberculöse Peri- tonitis mit flüssigem Exsudat eine bessere Prognose gebe. — Ich will die tuberculöse Natur der citirten Fälle nicht absolut anzwei- feln, möchte aber derartige Heilungen doch als ein ganz ausnahms- weises Vorkommniss hinstellen; jedenfalls wird man nur da, wo die Symptome prägnant und nicht wohl anders zu deuten sind, eine tuberculöse Peritonitis annehmen dürfen. Auf diesem Standpunkte stehen, wie es scheint, verschiedene Autoren. A. Baginsky (Lehr- buch der Kinderkrankheiten 1888, pag. 611) meint von der chroni- schen Peritonitis bei Kindern: »man thut unrecht, dieselbe [wenn sie ohne nachweisbare Aetiologie auftritt] als rheumatische zu be- zeichnen ; vielmehr »habe ich dieselbe fast ausnahmslos gleichzeitig mit Digestionsstörungen verlaufen sehen, oft so ernster Art und mit • so beträchthcher Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, dass die Annahme einer tuberculösen Erkrankung nahe gelegt war, eine Annahme, welche nur durch den glücklichen Verlauf und die volle Wiederherstellung widerlegt wurde.« F. Dresch (ref. in Virchow-Hirsch's Jahresbericht 1878. II. pag. 216) lässt die tuberculöse Peritonitis nur in seltenen Fällen ausheilen und nimmt meist ungünstigen Ausgang durch Diarrhoeen, Perforation, akute Peritonitis etc. an. So viel ich übersehen kann, wird in neuerer Zeit, vielmehr als](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2229451x_0111.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


