Die Funktionskrankheiten der Ora Serrata und des Ciliartheiles der Netzhaut / von Wilh. Schoen.
- Schoen, Wilhelm, 1848-1917.
- Date:
- 1895
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Credit: Die Funktionskrankheiten der Ora Serrata und des Ciliartheiles der Netzhaut / von Wilh. Schoen. Source: Wellcome Collection.
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![ß. Beim männlichen Geschlecht. Beim* männlichen Geschlecht kommt die sogenannte fritis serosa oder die Cyclitis siraplex seltener vor. Der erste Fall beistehender Liste zeigte von objectiven Erscheinungen nur Beschläge der Hornhauthinterfläche. Ausserdem war das Auge sehr schmerz- haft und lichtscheu. Es thränte beständig. Die Sehschärfe war bis zur Hälfte herabgesetzt. Auf Glaskörperflocken, Veränderungen der Ora serrata und Pupillen- ungleichheit wurde leider nicht untersucht, wenigstens fehlt ein \ ennerh darüher. Die Verordnung der starken sphärisch-cylindrischen Gläser genügte zur Heilung. Cocain und Atropin wurde nur bei der Untersuchung angewendet. Der zweite Kranke, ein 8 jähriger Knabe, war vor 3 Jahren wegen Knie- gelenkentzündung resecirt worden. Der Vater war wahrscheinlich an Tuber- culose gestorben und konnte möglicherweise auch syphilitisch gewesen sein. Der Knabe hatte öfters Nasenbluten. Als schwächlich war er eigentlich nicht zu bezeichnen. Das rechte Auge zeigte Beschlag der Hinterwand, Glaskörper- flocken und beginnende Secundärcataract am äusseren Aequator von der Hinterwand ausgehend, ausserdem schwache Hypermetropie. Die Behandlung bestand in Inunctionscur und Jodkalium (später Sublimat innerlich), Atropin und Brille (+ 36), sowie Verbot jeder Arbeit. Der Beschlag der Hinterwand verschwand allmählich, die Glaskörperflocken und die Cataract veränderten sich nicht. Auf den Bath eines zugezogenen Collegen angewandtes Levicowasser half auch nicht merklich. Erst als eine mittlerweile offenbar gewordene Hyper- metropie i/iö ausgeglichen war, trat eine allmähliche Besserung ein, die auch keine Stockung erlitt, als jetzt alles Andere bei Seite gelassen und sogar die Arbeit gestattet wurde. Selbstverständlich ist die Cataract und sind auch noch Glaskörperflocken vorhanden, aber der Verdacht des Fortschreitens ist entschieden gefallen und die Flocken haben auch abgenommen. Der dritte Kranke zeigte auf seinem linken Auge dieselben Erscheinungen wie der vorausgehende. Die Sehschärfe war bei Emmetropie = 3£,/70. Sonstige Krankheitszeichen fehlten gänzlich. Er hatte, bei einer Myopie ]/s auf dem an- deren Auge und einer anscheinenden Emmetropie auf dem kranken Auge, ohne Brille gearbeitet, mit dem letzteren Auge also sehr stark aecommodiren müssen. Es wurde Inunctionscur angewandt, — 14 und -f- 12 zur Arbeit verordnet und Schonung empfohlen. Nach 8 Wochen ergab sich auf dem kranken Auge ein Astigmatismus — c 20 = und Sehschärfe =; 15/2o- Verordnet wurde — 9 und — c 20 = für die Ferne und — 14 und -+- 60 -f- c 20 || für die Nähe. Jede andere Behandlung blieb fort, in der Erwartung, dass nun auch dieser Fall wie die übrigen verlaufen werde. In den Fällen 4—8 handelt es sich um durch Insufficienz, Astigmatismus, Hypermetropie oder schlechte Haltung verursachten Accommodationskrampf mit Cyclitis. ahnte ich von dieser Ursache der Iritis serosa noch nichts. Es reiht sich an dem gefundenen Faden eben das Eine an das Andere. Alle bisher ursächlich dunklen Augenkrankheiten hängen, so scheint es fast, von der Accomniodations- überanstrengung ab.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21641110_0_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


