Die Tuberculose; die Lungenschwindsucht und Scrofulose nach historischen und experimentellen Studien.
- Waldenburg, Louis, 1837-1881.
- Date:
- 1869
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Credit: Die Tuberculose; die Lungenschwindsucht und Scrofulose nach historischen und experimentellen Studien. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Gleich Baillie legt Portal das Hauptgewicht auf die den Tuberkel constituirende Materie. Dieselbe bezeichnet er gewöhnlich als steatomatös1); an anderen Stellen nennt er sie auch gypsig oder phosphotisch2), ferner glutinös3). Diese Materie ist identisch mit dem Inhalt scrofulöser Drüsen; sie ist, für Portal, ein lymphatischer Saft und zwar, eben so wie für Baillie, von scrofulöser Natur*). Sie braucht nicht im~ mer in Form von Knoten aufzutreten, sondern kann sich auch frei in verschiedene Organe ergiessen. Ein derarti- ges Extravasat scrofulöser Lymphe in das Lungenparenchym er- zeugt in diesem lymphatische oder „tuberculöse Indura- tionen, dasselbe, was später infiltrirte Tuberculöse genannt wurde. Die steatomatöse (unsere käsige) Materie, welche Bail- lie scrofulöse Materie nennt, erhält nun beiPortal den Namen „tuberculös5). Mit dieser Bezeichnung, welche leider schnell sich einbürgerte, ist der Grund zu all der künftigen Verwirrung gelegt, welche noch bis zum heu- tigen Tage die Lehre von der Tuberculöse beherrscht. Während Tuberkel ursprünglich nichts Anderes bedeutete als Kno- ten, gleichgültig welcher Natur, hatte sich seit dem siebzehnten Jahrhundert der Begriff Tuberkel allmälig auf diejenigen Knötchen und Knoten eingeschränkt, welche in den Lungen vorkommen und eine drüsenähnliche Beschaffenheit haben; nur für diejenigen Kno- ten anderer Organe, die diesen Lungenknoten gleichen, Hess man gleichfalls den Namen Tuberkel zu. Diese Tuberkel, wusste man, sind bald hart und fest, bald weich, steatomatös, gyps- oder käse- artig. Indem man nun plötzlich einen Zustand in der Entwicklung dieser Tuberkeln, nämlich denjenigen, in welchem sie eine steato- matöse oder käsige Beschaffenheit haben, herausgriff und diese Be- schaffenheit x«t i£,o%T]v als tuberculös bezeichnete, beging man einen logischen Fehler, der sich schwer rächen sollte. Logischer- weise durfte man diesen Schritt entweder gar nicht thun,' oder that man ihn, so musste man sofort den Begriff Tuberkel für den Kno- ten selbst aufgeben und diesem einen anderen Namen substituiren. So aber kam man, beklagenswerther Weise, in die Lage, dass es 1) p. 303. 2) p. 304. 3) p.317. 4) 315, 317 und 318 u. a. 5; p. 305. 318. 319.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20999823_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)