Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann.
- Neumann, Isidor von, 1832-1906.
- Date:
- 1876
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Credit: Lehrbuch der Hautkrankheiten / von Isidor Neumann. Source: Wellcome Collection.
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![larlliiche der Finger und Zehen, in der Hohlhand und Piisssohle, so wie an der Ferse. Ihre Menge ist an der Beugeääche des letzten Fingergliedes am stärksten, und nimmt dann über das zweite und erste Glied ab; noch sparsamer erscheinen diese Gebilde in der Hohlhand selbst. So erhielt Meissner am letzten Fingergiiede für die □ unter 400 Papillen 108 mit Tastkörperchen, während letztere am zweiten Gliede nur 40, am ersten 15 und in der Hohlhand 8 betrugen-, am letzten Zehengiiede ist ihre Zahl verhältnissmässig am beträchtlichsten. Der Fuss steht in Bezug auf Nerveureichthum der Hand bei weitem nach. Bisweilen kommen spärliche Tastkör- perchen an dem Hand- imd Fussrücken, sowie an der Volarfläche des Vorderarms vor. Endlich begegnet man ihnen, aber ebenfalls nur in mässiger Menge, in der Brustwarze und in der Lippeuhaut; hier hat man üebergänge zu Endkolben beschrieben. Unter den Säugethieren hat man bisher Tastkörperchen nur bei den Affen ge- funden. Grösse und Form sind wechselnd. In der Vola manus messen sie 0-05' und mehr, bei einer Breite von 0-02—0-025'', kleinere erreichen nur 0-02 —0-i67'. Im Allgemeinen verbindet sich das grössere Ausmass mit ovaler, das kleinere mit rund- licherer Gestalt. Die Tastkörperchen liegen im Axentheile der oberen Partie der Gefülilswärzchen; bei den zusammengesetzten Papillen auch Goldchloricllösung die Langerhans'sohcn Untersuchungen bestätigen. Er Iconnte auch die Nervenfilden zwischen den Zellen des Rete Malpighii sehen, sowohl ihre Verbindung mit dem Netze unter dem Eete, als auch mit den zwischen den Epithelialzellen erscheinenden Netzen nachweisen. Das sub- epitheliale Nervennetz besteht aus langen, marklosen Fasern, denen nur seitlich Kerne eingelagert sind. Er fand auch solche Nervenfasern, welche zwischen Eete und Hornschicht endigten, und hier sich entweder noch ver- zweigten oder eine wellenförmige Auftreibung zeigten ; die marklosen Nerven- fasern begleiten die Blutgefässpapillen. Ob diese Auftreibung gleichzeitig die Pjudigung ist, war nicht mit Bestimmtheit zu eruiren. Auch aus Nervennetzen, welche den Haarbulbus umspannen, gelangen feine Fasern zur äusseren Wur- zclscheide, Avie sie bereits Langerhans besclniebcn hatte. Tomsa (Ccntralbl. u. med. Wochenschr. 1869) behandelte frische Hautstücke des Menschen mit Goldchlorid und kochte mit fünf Percent Essigsäure, wodurch die Epidermis von dein Papillartheile der Cutis abgelöst wurde. Er fand, dass aus den marklosen N'ervennetzen des Papillartheils Fibrillen nach den Pa])illen abzweigen und zu . den Blutcapillaren der Hautwärzchen sich begeben. Diese Fibrillen bilden ein Netz welches die Capillaren einhüllt; aus diesem Netze zweigen sich wieder zarte Fäden ab, welche sich in die Capillarwand einsenken; nach Thin stellt jedes Tastkörperchen die Endigung oinc^s Marknerven dar. 2 *](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21445898_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)