Die Chirurgie der Schilddrüse / von A. Freiherr v. Eiselsberg.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- [1913?]
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Credit: Die Chirurgie der Schilddrüse / von A. Freiherr v. Eiselsberg. Source: Wellcome Collection.
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![hcrauBgehelelt und exstirpiert. Die Beschwerden waren sofort geschwunden, Patient blieb geheilt. Die Diagnose wird dann leicht sein, wenn es gelingt, die Verbindung zwischen Nebenkropf und Hauptdrüse nachzuweisen, und wenn sich der Tumor beim Schlucken hebt. Das Röntgenbild erleichtert in erheblicher Weise die Diagnose. Wenn sich am Schirm der intrathorakal gelegene Schatten beim Schlucken nur etwas hebt, ist eine Verwechslung mit einem Aortenaneurysma auszuschließen. Dort, wo kein Zusammenhang mit der vielleicht ganz normalen Hauptdrüse nachweisbar ist, wird nur mit Wahr- scheinlichkeit die Diagnose gestellt werden können, und oft nur die Bloß- legung des Tumors (gefäßreiche Kapsel) oder gar erst das Mikroskop die sichere Diagnose ermöglichen. Wagner hat dreimal Verkalkung in echten retrosternalen Kröpfen beobachten können. b) Die Glandulae thyreoid. access. posteriores; sie ent- wickeln sich meist aus der seitlichen Schilddrüsenanlage. Der retroviszerale Kropf ist ein solcher, welcher, von einem Seitenhorne ausgehend, nach hinten zu wächst und zwischen Schlund und Wirbelsäule sich einschiebt. Das wichtigste Symptom dabei ist die Schluckbeschwerde. Manch- mal gelingt es, den Tumor vom Rachen aus zu palpieren; dort, wo der Stiel zwischen Neben- und Hauptkropf zu tasten ist, wird auch die Diagnose keine besonderen Schwie- rigkeiten machen. Krön lein und kürzlich A. Reich haben beobachtet, daß ein retroviszeraler Kropf auch eine wirkliche Wirbelsäulenverkrümmung erzeugen kann. Als einzige Therapie wird die Exstirpation in Betracht kommen; bei schon stark reduziertem Schilddrüsengewebe kann die von W ö 1 f 1 e r vorgeschlagene Verlagerung des Kropfes ausgeführt werden. c) Die endotrachealen Neben kröpfe (vgl. S. 276). Auch innerhalb der Trachea hat man meist entsprechend dem Übergange von der Trachea zum Larynx Schilddrüsengewebe gefunden. Es sind dies seltene hälle; bisher sind kaum zwei Dutzend (v. B r u n s) beobachtet worden (u. a. von Z i e m s s e n, v. Bruns [5 Fälle], P a 11 a u f, B a u r o w i c z). Sie finden sich breit auf sitzend, mit glatter Schleimhaut bedeckt. Während man sie ursprünglich auf einer fehlerhaften fötalen Anlage beruhend auffaßte, hat Pal tauf in einem Falle nachgewiesen, daß es sich bloß um eine embryonal angelegte starke Fixation des Isthmus an die Trachea handle und daß erst im postfötalen Leben das Schilddrüsengewebe an dieser Stelle die Trachea durch- wuchert hat. Einen analogen Fall beobachtete ich vor einigen Jahren. d) Glandulae thyreoid. access. s u p.: Die hier interessierenden Kröpfe gehen alle von der mittleren Schilddrüsenanlage aus. Der nach dem Zungen- beine sich erstreckende Processus pyramidalis ist der Typus eines falschen Ncben- kropfcs; wenn an Stelle desselben eine Reihe von rosenkranzartigen Schilddrüsen- knoten sich finden, dann spricht man von echten Nebenschilddrüsen (K a d y i, Zucker kan dl, Streckeisen, Boch daleck). Ferner gibt es dem Zungenbein aufsitzende paarige und unpaarige Zysten, welche mit Flimmer- oder Plattenepithel ausgestattet sind (Haeckel), und die Wölf ler mit Recht als sterile Schilddrüsenreste auffaßt. Von besonderer Bedeutung ist der Zungenkropf (Hickmann, Parke r, W o 1 f f, Chamisso de Boncour t). Entsprechend dem Foramen coecum oder der Stelle, von wo aus die mediane Schilddrüsenanlage ihre Wanderung an-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441220_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


