Die Chirurgie der Schilddrüse / von A. Freiherr v. Eiselsberg.
- Eiselsberg, Anton, Freiherr von, 1860-1939.
- Date:
- [1913?]
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Credit: Die Chirurgie der Schilddrüse / von A. Freiherr v. Eiselsberg. Source: Wellcome Collection.
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![Schmerzen) wie durch die starke Lymphdrüsenschwellung am meisten an das Bild eines malignen Neoplasmas erinnern (Küttner). Durch die prompte Wirkung des Jods konnte in dem v. B r u n s sehen Falle (Küttner) die Diagnose gegenüber Krebs und Tuberkulose gestellt werden. Auch die W a s s e r m a n n sehe Reaktion wird uns in vielen Fällen die Dia- gnose erleichtern. In allen Fällen, in welchen Verdacht auf Lues vorliegt, wird eine Jodbehandlung am Platze sein. Literatur. ]<;, Brünhel, Tuberkulose der Schilddrüse. Aerztl. Verein z. Hamburg, Mai 1697. — v. Bruns, Struma tubercutosa. Beitr. z. Min. Chir. Bd. 21. — P. Clairmont, Zur Tuberkulose der Schilddrüse (Struma tubercutosa). Wiener klin. Wochenschr. 1902. Böhler, Myxödem auf seltener Basis. Berliner klm. Wochenschr. 11, 1894. Büttner, Struma syphilitica, v. Bruns’ Beitr. z. klin. Chir. Bd.22,2. Kapitel 11. Echinokokkus (1er Schilddrüse. Der Echinokokkus der Schilddrüse ist ein sehr seltenes Vorkommnis (nach H e n 1 e und V i t r a c sind 20 Fälle bisher publiziert, wozu noch zwei von mir kürz- lich operierte und von R. Ultzmann beschriebene Fälle und ein Fall E h r- h a r d t s kommen). Er scheint in den Ländern, in welchen der Echinokokkus zu Hause ist, auch nicht häufiger vorzukommen als anderswo; der Kropf spielt keine prädisponierende Rolle für die Entwicklung des Echinokokkus in der Schilddrüse. Seine Einwanderung kann auf dem Wege der Blutbahn, vielleicht auch direkt durch eine Wunde (M e i n c r t) erfolgen. Während im Anfänge die Beschwerden sehr geringe sind, stellen sich dieselben im weiteren Waohstume ziemlich heftig ein. Durch seine Verwachsung mit der Umgebung wird er schon früher Atembeschwerden machen, als dies eine gleich große Kropfzyste, welcher gegenüber die Differential- diagnose kaum möglich ist, tut. Wenn Hydatidenschwirren oder wiederholte Urti- karia, verbunden mit Verkleinerung der Zyste, vorkommt, wird die Diagnose aller- dings leicht sein, doch sind gerade diese Symptome nur recht selten vorhanden. Die Diagnose ist bisher auch noch niemals vor der Operation beziehungsweise Punktion gestellt worden, vielleicht gelingt sie in Zukunft durch die Serumreaktion. Da verhältnismäßig früh eine tödliche Perforation nach der Trachea zustande kommt (von 18 Patienten sind 4 daran gestorben, obwohl die Zyste noch nicht die Größe einer Orange erlangt hatte), ist die Operation absolut indiziert. Von den vorgeschlagenen Verfahren ist die Injektion von Antiseptizis völlig zu verwerfen. Die von Heule vorgeschlagene breite Eröffnung und Einnähung des Sackes läßt namentlich bei starrwandigen Säcken ungünstige Wundverhältnisse zurück; in diesen Fällen kommt außer der Billrot h sehen Aushülsung des Para- siten mit Versenkung des vernähten, mit Jodoformglyzerin gefüllten Sackes und der B o b r o w - D e 1 b e t sehen Ausräumung mit Resektion und Naht des zurück- gelassenen Zystenteiles vor allem die Enukleation in Betracht. Sie gelangte in den Fällen von v. Mikulicz und Ehrhardt und in meinen beiden mit Er- folg zur Anwendung. Allerdings kann sie bei verwachsenen Säcken schwierig sein. Literatur. Ile nie, Ueber \den Echinokokkus der Schilddrüse. Arch. f. klin. Chir. Bd. 49, 4. — Vitrac, Kystes hydatiques du corps tluyroXde. Bei ne de chir. 1897. — Ehrhardt, Ueber Echinokokken der Schild- trüse. Berliner klin. Wochenschr 1905. — lt. Ultzmann, Zwei Fülle von monolokulärem Echinokokkus der Schilddrüse. Wiener klin. Wochenschr. 1909, 20.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22441220_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


