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Credit: Die Anaemie / von P. Ehrlich und A. Lazarus. Source: Wellcome Collection.
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![Ziili] und (Jrösso df;r roten Blutkörperchen, y Neben dem Eöhenklima ist auch der Einfluss der Tropen auf die Blutbeschaffenheit, im besonderen die Körperchenzahl geprüft worden; jedoch fanden sowohl Eykmann als ölogner keine Abweichungen von der Norm, obwohl das fast regelmässig blasse aussehen der Europäer in den Tropen darauf hinwies. Auch hier scheinen Lediglich Änderungen der Blutvefteilung eine Rolle zu spielen, die ohne qualitative Verände- rungen des Blutes einhergehen. Nicht ebenso grosse Zuverlässigkeit wie für normales Blut, in dem im allgemeinen alle roten Blutzellen von gleicher Grösse und gleichem Haemoglobingehalt sind, kann der Thoma-Zeiss'schen und den verwandten Zählmethoden für anaemisches Blut beigemessen werden. In diesem sind, wie wir später zeigen werden, die roten Blutkörperchen unter sich sehr ungleich. Es kommen einerseits haemoglobinarme, andererseits sehr kleine Formen vor, die bei der feuchten Zählung überhaupt nicht gesehen werden können. Selbst wenn wir von diesen extremen Formen absehen, so ent- sprechen durchaus nicht 10ÜO rote Blutkörperchen der Anae- mischen der gleichen Menge des normalen Blutes in ihrem physiologischen Wert. Es ergiebt sich aus all diesem die Notwendig- keit, das Resultat der Zählung der roten Blutkörperchen nicht ohne engen Zusammenhang mit haemoglobinometrischen und histologischen Bestim- mungen zu verwerten. Von diesen losgelöst ist gerade in pathologischen Fällen die blosse Zahl häufig irreführend. Es ist deshalb zuweilen wünschenswert, die Angaben der Zahl durch die Bestimmungen der Grösse des einzelnen roten Blutkörper- chens zu ergänzen. Dieselben geschehen durch directe Messung der Durch- messer mittels Ocularmikrometers, die sowohl am trockenen (s. unten) als am feuchten Präparat vorgenommen werden kann, obwohl im all- gemeinen wegen der weit bequemeren Ausführung das erstere vorzuziehen sein wird. Allerdings erfordert die Ausführung dieser Methode eine be- sondere Sorgfalt der Technik. Man überzeugt sich leicht an normalem Blut, dass die roten Blutkörperchen in den dicken Schichten des Trocken- präparates kleiner erscheinen als in den dünneren Partien. Dieser Unter- schied erklärt sich daraus, dass in den dicken Schichten die roten Scheiben vor dem Eintrocknen noch im Serum schwimmen, während sie an den dünnen Stellen durch eine capillare Schicht des Serums mit der Unter- lage verbunden sind. Hier erfolgt nun die Eintrocknung fast momentan, und zwar von der Peripherie der Scheibe aus, so dass eine Gestalt oder Grössenveränderung nicht mehr zu Stande kommen kann. Dagegen läuft der Vorgang der Trocknung in den dickereif Partien langsamer ab und wird deshalb von einer Schrumpfung der Seheiben begleitet.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21223464_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


