Gynäkologische Klinik / herausgegeben von Wilhelm Alexander Freund ; Erster Band, mit 87 Holzschnitten un einem Atlas von 38 zum Theil colorirten Tafeln gross 4.
- Wilhelm Alexander Freund
- Date:
- 1885
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Credit: Gynäkologische Klinik / herausgegeben von Wilhelm Alexander Freund ; Erster Band, mit 87 Holzschnitten un einem Atlas von 38 zum Theil colorirten Tafeln gross 4. Source: Wellcome Collection.
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![der Quere nach hat nicht zugenommen, ist vielmehr, wie die Mes- sung ergiebt, geringer als normal. Die oberen Kreuzbeinlöcher zeigen einen vom normalen Verhalten nicht abweichenden Verlauf, jedenfalls sind sie nicht nach oben und innen verzogen. Die Beckenneigung der Autoren würde, wenn man das Becken nach Meyer' s Angabe stellt, fast 8o° betragen. Der Winkel, den die Basal-Fläche des 1, Kreuzbeinwirbels mit seiner Vorderfläche bildet, beträgt 68°. Da dieser Winkel bei Neugeborenen 70 bis 75°, bei Zweijährigen 65°, bei Zehnjährigen 60°, bei Erwachsenen 55° im Mittel unter normalen Verhältnissen beträgt, so nähert sich das Veihalten in dem vorliegenden Becken dem bei Neugeboreren 22. Die ohrförmige Fläche bildet mit der Linea arcuata linkerseits einen Winkel von 1050, rechterseits von 980; sie ist sehr gestreckt, schmal, und ragt über die Linea arcuata ziemlich stark nach oben. Die Cortical-Substanz der Lendenwirbelkörper und vor Allem der zwei oberen Sacralwirbel ist kräftig entwickelt; die Spongiosa durchaus normal gebaut und mit gut entwickelten Bälkchen versehen. Hiernach haben wir es hier mit einem mittelgrossen Becken von ausgesprochen infantilem habitus und einer beträchtlichen Com- pressions-Kyphose der in ihrem Gefüge durchaus normalen oberen Brustwirbelsäule zu thun. Allgemeine Lassen sich die hier mitgetheilten Fälle von „kyphotischen Epikrise der ßec]cen unter das bisher allgemein angenommene ätiologische Schema sechs Falle. 0 0 & bringen ? Ist in denselben das Becken durch die veränderte Druck- richtung der Rumpflast von der kyphotischen Wirbelsäule her in die bekannte Form zurecht - gedrückt und -gezogen worden? Eigene An- Auf Grund der an diesen Fällen gemachten Erfahrungen sieht. behaupten wir, dass diese Becken die wesentlichen Merkmale der sogenannten kyphotischen Gestaltung schon vor dem Auftreten der Deformität der Wirbelsäule besessen haben. Wir werden nachweisen, dass diese Deformität sich auf Grund jener ursprünglichen Becken- beschaffenheit entwickelt und dass diese letztere als ein Stehen- bleiben auf infantiler Entwickelungsstufe aufzufassen ist. Mit diesem letzten Satze an sich sprechen wir nicht durchaus Neues aus. Verschiedene Autoren haben die Bemerkung gemacht, dass das kyphotische Becken dem infantilen auffallend ähnele. Begründung. Führen wir uns die Hauptmomente aus den oben mitgetheilten Beobachtungen noch einmal kurz vor Augen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21053303_0070.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)