Die Schuss-Wunden : nach auf dem Schlachtfelde wie in dem Lazarethe während den Jahren 1848 & 1849 gesammelten Erfahrungen / dargestellt von Bernhard Beck.
- Beck, Bernhard
- Date:
- [1849]
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Credit: Die Schuss-Wunden : nach auf dem Schlachtfelde wie in dem Lazarethe während den Jahren 1848 & 1849 gesammelten Erfahrungen / dargestellt von Bernhard Beck. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![{gehorsam gewohnten braven Kriegern, welche die Ordnung wieder herstellten, zurückweichen mussten. Als nach Beendig- ung der Gefechte auch die Cernirung Rastadts vollständig war, verliess ich den 3. Juli die Division und übernahm im Carls- ruher Garnisons-Spitale eine grosse Abtheilung, in welcher ich drei Viertheile verwundete Preussen und ein Viertheil ßadenser zu behandeln hatte. Wahrend M Wochen war ich daselbst in diesem schönen Wirkungskreise beschäftigt und hatte Gelegen- heit, höchst interessante und seltene Fälle zu beobachten. Diese kurz hingeworfene Skizze soll den Boden bezeich- nen, auf dem ich die in der Schrift niedergelegten Erfahrun- gen gesammelt habe; während \% Jahren, wo ich 5 Campag- nen mitmachte, war ich als Arzt in 4 Schlachten, 7 TrelFen und während einer Belagerung beschäftigt, so wie ich in ver- schiedenen Lazarethen selbst handelnd tliätig war. Im Ganzen habe ich über 4000 Verwundungen gesehen und gegen 1000 selbst behandelt. Es dient mir dies sicher zur Entschuldigung, wenn ich mich berufen glaubte, etwas über die Schusswunden zu verölFentlichen. Die Friedens-Jahre haben eine grosse Um- änderung in der Chirurgie hervorgerufen, sie wurde mehr vom - anatomischen Standpunkte aus bearbeitet, alte vage Theorien sind verschwunden, eine sichere Diagnosen-Stellung, eine ra- tionellere Behandlung ist eingeführt und durch die Fortschritte der Auscultation und Percussion grosse Hülfe geboten; viele Operationen, wie die Resectionen etc. wurden theils erfunden, theils verbessert, manche früher geübte verworfen, auch zeigte sich bei Einzelnen, die Absicht, das Operiren wo mög- lich zur Seite zu setzen, blutige Eingriffe, wie das Abnehmen der Glieder, die Trepanation etc. wurden hie und da als ein rohes Verfahren und nur die plastischen Operationen, so wie der Sehnenschnitt als Ehre einlegend bezeichnet. Das gross- artige Wirken früherer ausgezeichneter Militär-Aerzte hielt man für ein gewaltsames Verstümmeln und glaubte bei dargebote- ner Gelegenheit, mit Erhaltung zerschmetterter F]xtreniitäten den Beweis hiefür liefern zu können; dieser Glaube hat aber Manchen unter die Erde gebracht und viele Militär-Aerzte er- zielten durch das wenige Operiren oder durch die Ungeschick- lichkeit bei Vornahme früher nicht geübten Operationen sehr schlechte Erfolge. So stellten sich auch bei dem schönen Fort- schritte Nachtheil, Einseitigkeit ein. Die Anatomie und ihre Hülfs- Zweige sind mächtig bereichert, und die Kenntnisse die- ser, welche früher häufig fehlten, haben bei Behandlung dcv](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22272641_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)