Volume 1
Technische Mykologie : Ein Handbuch der Gärungsphysiologie für technische Chemiker, Nahrungsmittel-Chemiker, Gärungstechniker, Agrikulturchemiker, Pharmaceuten und Landwirte / von Dr. Franz Lafar ... Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Emil Chr. Hansen.
- Lafar, Franz, 1865-1938.
- Date:
- 1897-1907
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Credit: Technische Mykologie : Ein Handbuch der Gärungsphysiologie für technische Chemiker, Nahrungsmittel-Chemiker, Gärungstechniker, Agrikulturchemiker, Pharmaceuten und Landwirte / von Dr. Franz Lafar ... Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Emil Chr. Hansen. Source: Wellcome Collection.
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![§ 25. Assiinilierung von Kohlensäure ohne Mitwirkung von Chlorophyll. Der Einteilungsgrund, der zu einer Sonderung der Thallophyten in zwei Gruppen — Algen und Pilze — geführt hat, nämlich Besitz oder Mangel von Chlorophyll, ist nicht morphologischer, sondern physiolo- gischer Natur, bezieht sich nicht auf die Gestalt der Zellen, sondern auf deren Lehensthätigkeit. Nun ist durch vielfältige Untersuchungen fest- gestellt worden, dass dem Chlorophyll eine wichtige Bolle im Leben der grünen Pflanzen zukommt. Die Kohlensäure, von der Pflanze aus der Luft entnommen, wird unter der Mitwirkung des Sonnenlichtes von dem in den Zellen enthaltenen Chlorophyll gespalten. Der Sauerstoff der C02 wird wieder ausgeathmet, der Kohlenstoff hingegen zurückbehalten und zum Aufbau der verschiedenen organischen Stoffe benützt, aus denen der Pflanzenkörper sich zusammensetzt. Man nennt diesen Vorgang Assimi- lation der Kohlensäure. Bis vor kurzem war man der Meinung, dass dieser Vorgang ohne die Mitwirkung von Licht und Chlorophyll sieh nicht abspielen könne. Da nun die Pilze ausnahmslos frei sind von letzt- genanntem Stoff, so hat man den Satz aufgestellt: Die Pilze sind nicht im Stande, Kohlensäure zu assimilieren, und vermögen somit nicht, ihre Zellen aus anorganischen Stoffen aufzubauen, wie dies die Algen thun. — Nun haben aber die Untersuchungen von Winogradsky gelehrt, dass es Spaltpilze giebt, welche ohne Chlorophyll und im Dunkeln Kohlensäure zu spalten vermögen. Es hat somit der oben angeführte Hauptsatz der Pflanzenphysiologie seine allgemeine Gültigkeit eingebüßt. Näheres darüber ist im Kapitel, das von den nitriflzierenden Bakterien handelt, zu finden. § 26. Saprophyten und Parasiten. Pflanzen, welche nicht lieh aus den Quellen der imstande sind, ihren Stoff bedarf ausschließ- anorganischen Natur zu decken, nennt man Schmarotzer. Wie aus den Angaben des vorhergehenden Paragraphen hervorgeht, sind somit, von den in der Folge noch zu besprechenden Aus- nahmen abgesehen, alle Pilze als Schmarotzer zu bezeichnen. Unfähig, die hochzusammengesetzten, atomreichen Moleküle des Zellkörpers aus den Elementen oder aus den einfachsten Atomverbindungen [C02 H20 NH3 etc,] aufzubauen, sind sie mit ihrem Nahrungsbedürfnis auf den Bezug von bereits vorgebildeten organischen Substanzen angewiesen, die skT dann tür ihre Bedürfnisse nur noch umzuarbeiten brauchen. Geschieht dieser Bezug von halbfertigen Nährstoffen auf Kosten eines lebenden Wesens (Pflanze oder Tier), so bezeichnet man den Schmarotzer als Parasiten. Sind es hingegen unbelebte (oder abgestorbene) organische Stoffe, welche von dem Schmarotzer ausgenützt werden, so kommt diesem dann der Titel Saprophyt zu. , ’;i1t.ern;k;1 Parasiten kann man zwei Grade unterscheiden; solche, welche ausschließlich auf den lebenden Tier- oder Pflanzen-Körper angewiesen sind: strenge oder obligate Parasiten, und solche, welche überdies auch au geeigneten unbelebten Unterlagen gedeihen und daher auch auf künst- lichen Nährböden sich züchten lassen: fakultative Parasiten. , durch welches v — — u Mykologie zusammenhängt. Jene betrachtet sie, zusammen mit den obligaten Parasiten, als 1JU1CU xxcimuuuen sicn zuenren lassen: fakultative Paras Die fakultativ-parasitischen Pilze sind das Bindeglied, die Pathologische mit der Technischen Mykologie zusamn Erreger von](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28117773_0001_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


