Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe.
- Julius Schwalbe
- Date:
- 1892
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe. Source: Wellcome Collection.
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![Schichtung auf. Die oberste Schicht ist schleimig-eitrig und sehr schaumig, die mittlere ist schmutzig bräunlich oder grünlich und besteht aus einer schleimig-serösen Flüssigkeit, die unterste endlich ist rein eitrig und enthält kleine grauweisse, leicht zerdrückbare übelriechende, schmierige Körnchen. Die letzteren charakteristischen Bestandtheile des Sputums, die sogen. „Dittrieh*sehen Pfrö])fe'^ ent- halten verfettete Eiterzellen, Fettkörnchenzellen, Detritus, zahllose Mikrokokken und Bacillen, Leptothrixfäden und reichliche Fettsäure- nadeln. Nicht selten ist dem Sputum Blut beigemengt. Bei der chemischen Untersuchung des Sputums gewinnt man Schwefelwasserstoff, flüchtige Fettsäuren und andere Fäulnissproducte. Die physikalische Untersuchung des Thorax liefert die gewöhn- lichen Symptome einer Bronchitis chronica. Stärkere percutorische Abweichungen sind auf die oben beim anatomischen Befunde ge- schilderten pneumonischen oder gangränösen Herde, auf ein Em- pyem etc. zurückzuführen. Die Rückwirkung der putriden Bronchitis auf den Allgemein- zustand documentirt sich durch Fieber, bisweilen hohen Grades, starke Appetitlosigkeit und Anorexie (zum Theil in Folge der putriden Expectoration und Exhalation), Anämie, Mattigkeit, Ab- magerung. Von selteneren Störungen sind noch der bisweilen durch die putride Exhalation ausgelöste Spasmus gloitidis (eigene Beobachtung) und die (auf Intoxication mit Fäulnissproducten beruhenden?) rheumatoiden Schmerzen und Schwellungen der Muskeln und der Gelenke zu erwähnen. Der Beginn der Affection ist bei acuter Entstehung (s. Aetio- logie) häufig plötzlich, unter hohem Fieber, ev. unter Schüttelfrost, Bruststichen, starkem Reizhusten. Der Verlauf ist gewöhnlich chronisch, mit Besserungen, Still- ständen und fieberhaften Exacerbationen; Heilungen sind selten, kommen jedoch vor. In anderen Fällen ist der Verlauf acut oder subacut und führt durch secundäre Lungen- und Fleuraaflfection oder unter dem Bilde der acuten Herzschwäche schnell zum Tode. Die Diagnose ist aus dem Geruch und der makroskopischen und mikroskopischen Beschaffenheit des Sputums zu stellen. Die Differentialdiagnose gegenüber der Lungengangrän gibt mit Sicher- heit allein der Mangel von Lungenparenchymfetzen oder elastischen Fasern im Sputum. Die Prognose ist stets dubiös, doch nicht absolut ungünstig.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20406848_0220.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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