Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe.
- Julius Schwalbe
- Date:
- 1892
Licence: Public Domain Mark
Credit: Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe. Source: Wellcome Collection.
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![auf einer erworbenen Schwächung der Lungen selbst beruhen, so nach Entzündungen ihres Parenehyms, namentlich nach Masern, Keuchhusten, Influenza, bei chronischen Catarrhen, nach Pleuritis, ja auch nach einem Trauma der Lunge („traumatische Phthise). Die häufige Complication des Diabetes mellitus mit Lungentuber- culose ist auf die gute Wachsthumfälligkeit des Tuberkelbacillus in zuckerhaltigem Nährboden zurückzuführen. — Anscheinend auf der geringeren Versorgung des Lungengewebes mit arteriellem Blut beruht die häufige Ausbildung der Lungentuberculose bei angeborener Stenose der Pulmonalarterie, bei Defectbildung im Kammerseptum etc. [Dagegen schliessen sich die Affectionen, welche eine venöse Hyperämie der Lunge herbeiführen, so Mitralfehler, Kyphoscoliose etc., und Lungen- schwindsucht im Allgemeinen aus.] Die individuelle Disposition zur Tuberculose ist besonders im kindlichen und jugendlichen Älter, etwa bis zum 30. Lebensjahre ausgeprägt. Die anatomischen specifischen Veränderungen ^er \jxmgQ^ welche wir bei der Phthisis pulmonum vorfinden, scheiden sich (nach Virchow) in zwei Arten: in die eigentlichen T^^&er/v-e/und die käsigen Entzündungen. Der Tuberkel stellt ein gefässloses, durch den vom Tuberkelbacillus (resp. von seinen Stoffwechselproducten) auf die Gewebszellen ausgeübten (formativen) ßeiz hervorgebrachtes, grau durchscheinendes Knötchen dar, welches aus einer oder mehreren, gewöhnlich central gelegenen Riesenzellen und dicht- gehäuften Rund- oder epithelioiden Zellen besteht und die Grösse eines Hirsekorns (Milium) nicht überschreitet. In den Riesenzellen, aber auch neben ihnen, befinden sich die Tuberkelbacillen. Sobald der Tuberkel völlig ausgebildet ist, erleidet er in der Regel die Veränderung, die man nach ihrem makroskopischen Aussehen als ^Verkäsung^, nach ihrem mikroskopischen Verhalten als Coagu- lationsnecrose (Weigert) bezeichnet. Vom Centrum her wird der Tuberkel bald in toto gelblich, undurchsichtig. Befindet er sich an einer Oberfläche (so z. B. auf der Bronchialschleimhaut etc.), so zerfällt er, wird abgestossen, und an seiner Stelle bleibt das sogen. Lenticulärgeschwür zurück. Indem sich am Rande und im Grunde dieses Geschwürchens neue Tuberkel bilden, die denselben Degenerationsprocess durchmachen, erweitert sich das Ulcus in die Breite und in die Tiefe und erhält den charakteristischen ,zerfressenen Rand und Grund. — Inmitten eines Parenehyms wird das Material des zerfallenen Tuberkels entweder resorbirt,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20406848_0268.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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