Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe.
- Julius Schwalbe
- Date:
- 1892
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Credit: Grundriss der speciellen Pathologie und Therapie : für Studirende und Ärzte / von Julius Schwalbe. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![h) Lähmungen im Gebiete des Arms. Die Lähmung des DeUoideus (N. axillaris) kommt mitunter isolirt in Folge von Trauma oder Rheumatismus, häufiger com- binirt mit Lähmungen benachbarter Muskeln vor. Ist sie complet, so kann der Arm gar nicht gehoben werden. Zu hüten hat man sich vor Verwechselung mit Ankylose des Schultergelenks -|- secun- därer Deltoidesatrophie. — Die Lähmung des Biceps und Brachialis internus (N. musculocutaneus) ist isolirt sehr selten. Gehindert ist die Beugung des Arms in Supinationsstellung und die Supi- nation des gebeugten Vorderarms. Die relativ häufige Radialislähmung wird hervorgerufen durch Trauma (Wunde, Quetschung [z. B. sogen. Schlaflähmung], Fractur und Luxation des Oberarms, ümschnürung des Arms z. B. bei der Handfesselung [sogen. Arrestantenlähmung]), seltener durch Erkältung, Ueberanstrengung, toxische Einflüsse (Blei, Arsenik etc.), chemische Reizung (subcutane Injection in der Nähe des Nerven). Bei Lähmung des Radialis im oberen Drittel des Oberarms ist auch der Triceps paralytisch, d. h. der Unterarm kann nicht gestreckt werden. Sitzt die Lähmung weiter abwärts, so werden nur die Extensoren des Unterarms functionsuntüchtig, d. h. die Hand kann nicht extendirt, abducirt oder adducirt werden, die Finger sind flectirt, die erste Phalanx kann nicht extendirt werden, der Daumen ist flectirt und adducirt und kann nicht abducirt oder gestreckt werden, der ausgestreckte pronirte Vorderarm kann nicht supinirt oder gebeugt werden. Die isolirte Lähmung des Ulnaris ist viel seltener als die- jenige des Radialis. Die häufigste Ursache bilden Traumen. Oefter werden die vom Ulnaris innervirten Muskeln bei ausgedehnten Paralysen und Atrophien (besonders bei der progressiven Muskel- atrophie) betheiligt. — Geschädigt wird die ulnare Beugung der Hand, die Beugung der drei letzten Finger, die active Beweglich- keit des kleinen Fingers, die Beugung der Grundphalangen und die Streckung der Endphalangen (Lähmung der Mm. interossei) der letzten vier Finger, die Adduction des Daumens, das Spreizen • und Schliessen der Finger. Bei länger anhaltender Lähmung bildet sich durch Contractur des Extensor und Flexor digit. comm., der Antagonisten der atrophirten Mm. interossei, eine Dorsalflexion der Grundphalangen und eine Palmarflexion der Endphalangen aus, d. h. die sogen. Klauenhand (main de la griffe).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20406848_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)