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Credit: Geschictsstörungen und Uterinleiden / von A. Mooren. Source: Wellcome Collection.
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![subperitoneale legen. Bei einer hoebbetagten Frau, die bereitH 11 Kinder geboren hatte, war ein ziemlich be- trächtlicher Descensus uteri zu Stande gekommen, der sie veranlasste, die Hülfe eines Gynäkologen nachzu- suchen. Die Introduction eines Pessariuins war, wie sie sich ausdrückte, gleich von ungewöhnlich starke]' Unruhe in der Herzgegend und Eingenommenheit des Kopfes ge- folgt. Nach einigen Tagen zeigte sich ein discontinuir- licher Blutaustritt auf der linken Netzhaut, der das centrale Sehen vollkommen vernichtete. Die Entfernung des Pessariums beseitigte die Gefässerregung, so dass nach Verlauf von einigen Wochen die capillaren Apo- plexien einer völligen Besorption entgegengingen; die centrale Perceptionsfähigkeit stellte sich nicht wieder her. Nach Yerlauf von 4 Jahren machten die Beschwerden des Descensus nochmals die Anwendung eines Pessariums nöthig. Die Gefässerregungen traten wie das erste Mal, wenngleich, weniger ungestüm auf, diesmal mit grosser Eingenommenheit des Kopfes verbunden. Bereits nach wenigen Wochen zeigten sich gleichfalls capillare Apo- plexien auf der rechten Netzhaut, aber glücklicherweise so excentrisch gelegen, dass die Macula lutea nicht mit ergriffen war, so dass eine vollständige Wiederherstellung möglich wurde. Patientin klagte indessen noch immer über schmerzhafte Empfindungen durch den Einfluss ihres Pessariums und bat mich um eine Untersuchung. Ich constatirte die Anwesenheit von Kolpitis adhaesiva, welche die Begrenzungslinie zwischen Vagina und Vaginalportion vollständig verwischt hatte. Der tief stehende Mutter- mund zeigte zahlreiche oberflächliche Narbenbildungen als Folgeerscheinung der bei den vorausgegangenen Ge- burten stattgehabten Einrisse. Das rechte obere Scheiden- gewölbe war in seinem Anschlüsse an den Uterus auf Druck besonders empfindlich. Ueberzeugt, dass dieses](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635468_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


