Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl.
- Date:
- 1891
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Credit: Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit gleichmässiger Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmacopoe / bearbeitet von W. Bernatzik und A.E. Vogl. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![sorgfältig hergestellte Triuitrocelhüose, die sich schon in einem Gemische gleicher Theile Alkohol und Aether löst, in 5proc. Lösung schneller als gewöhnliches Collodium erstarrt und auch eine festere und dauerhaftere Decke liefern soll. Mit 2 Proc. Ol. Ricini ver- setzt, wird das Präparat Phytoxjrtinicm elasticuiu genannt. Bringt man Collodium (mit einem Pinsel) auf trockene Hautstellen, so verdunstet der Aetherweingeist und es verhleiht ein stark klebender glänzender üeherzug, der sich heim Eintrocknen zusammenzieht und ein durchscheinendes, farbloses, fest adhärirendes, anfangs zähes und homogenes, später aber rissig werdendes Häutchen bildet. Um einen geschmeidigen, den Bewegungen und Biegungen der Theile nachgebenden üeherzug zu erzielen, setzt man dem Collodium Ricinusol (Collodium ricinatum, Coli, elasticum vel flexile) oder auch Glycerin (1,5 Proc.; Collodium lentescens) zu. Man wendet das Collodimn an: 1. als Deckmittel (Coli, elast. vel lentescens) auf Excoriationen, wunde Hautstellen und Brustwarzen, Fissuren etc., dann zum Schutze der Haut gegen die Einwirkung reizender Se- und Excrete: 2. als Comp ressionsmittel auf gichtische, hämorrhoidale und andere, namentlich chronisch entzündliche Anschwel- lungen der Haut und darunter gelegener Theile; 3. zur Befestigung und Sicher u n g von Verhänden, wie auch als Klebemittel f ü r Binden, welche auf einer Seite mit Collodium überstrichen, noch feucht auf die vereinigten Wundstellen, oder aus ihrer Lage gewichenen Körper- theile nach erfolgter Eeposition derselben angelegt werden; zu diesem Be- hufe auch Eni]) last rum Collodii, mit trockener Collodiumschichte versehene Streifen von Seide oder Baumwolle, deren Ueberzug vor dem (Gebrauche durch Befeuchten mit alkoholhaltigem Aether klebend ge- macht wird; 4. zum Verschlüsse abnormer, sowie natürlicher Oeffnungen des Körpers (z. B. der Harnröhrenmündung, der Lidspalte), bei Corneageschwüren. Irisvorfall etc. Die Verordnungsweise medicamentöser Collodien weicht von jener für Mixturen im Wesentlichen nicht ab. Collodium wird oft als Excipiens für arzneiliche Substanzen in der Absicht gewählt, um diese mit den erkrankten Theilen in innigerem und dauerndem Contacte zu erhalten. Zu dem Ende löst man die arzneilichen Mittel entweder direct in der nöthigen Menge einfachen oder elasti.schen Collodiums auf, oder bereitet vorer.st eine Lösung der betreffenden Substanzen in alkoholhaltigem Aether (beiläufig im Verh. von 3 ; 18), und setzt ihr hierauf die entsprechende Menge zur Bildung von Collodium geeigneter Schiesswolle zu. Wie Collodium wird auch Trauma tie in, eine Lösung von gereinigter Gutta- percha in Chloroform (1 : 10—15) benützt, und ersterem in besonderen Fällen vorgezogen. Man bringt dasselbe mittelst eines Kameelhaarpinsels auf die zu überziehenden Flächen. Es lässt kein so sprödes und brüchiges Häutchen wie jenes zurück , dafür verursacht es auf wunden Theilen mehr Schmerz, trocknet langsamer und löst sich leichter, schon nach 2 — 3 Tagen, von den Rändern ab; auch verträgt es mit Ausnahme einiger in Aetliei' oder Chloroform löslicher Substanzen (Chrj’sarobin, Pyrogallol etc.) nur wenige Zusätze, da es durch sie entmischt, oder (z. B. durch Tiuct. Jodi) zu einer zähen Masse verdickt wird. 80. Rp. Jodoformii 2,0- Solve in Aetheris 5,0, Collodii elast. 15,0. Da in vitro (mit Pinsel im Kork). S. s. u. (Frostbeulen, Fissuren, ver- einigte Schnittwunden etc.) 81. Rp. Ammon, sulfo-ichthyolici 1,0, Acidi salicylic! 0,2. Solvantur in Beispiele: Collodii 10,0, Olei Ricini 1,0. Da ad vitrum cum penicillo. S. Zum Aufpinseln. (Erysipel, Furunculose etc.) 82. Rp. Hydrargyri bichlor. corr. 1,0. Solve in Aetheris 2,0, Collodii elast. 8,0. D. S. Zum Aufpinseln. (Teleangiectasien , Pigment- flecke im Gesichte und an den Händen.) 83. Rp. Acidi salicylic!, — lactici ana 1,0, Collodii elastic! 8,0. Misce. D. S. Hühneraugencollodium. 84. Rp. Chrysarobini 2,0, Traumaticini 18,0. Solve. Da in lagena cum epistomio, penicillo instructo. S. Aeusserlich. (Psoriasis.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21924417_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)