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Credit: Kurze übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. Source: Wellcome Collection.
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![529. 4.-7. Jahrli. Athen und Akxandrien durch Justinian geschlossen (Ver- treibung der Nestorianer), später wieder als christliche Schulen aufgethan. Mit der Eroberung Alexandriens durch Emir Omar und Konstantinopels durch die Türken schliesst diese Periode ab. Einen besonderen Fortschritt oder ein neues wissenschaftliches System hat sie nicht gebracht. Viel- mehr kommen unter den Nachfolgern Galens die einseitigsten philosophischen Spekulationen, Mystik und Aberglaube unter dem Einfluss der Neuplatoniker wieder zur Geltung und die Heilkunst verfällt in die alten Fehler ihrer Kindheit. Hervorragendes leisteten nur die Encyklopädisten (Oribasius, Leibarzt des Julianus Apostata), der Praktiker Alexander von Tralles, die Chirurgen: Paulus von Aegina, Antyllus (Blutstillung durch Torsion, Ligatur, bes. Glüheisen. Trepanation, Herniotomie, Laryngotomie, Aneurysmenexstirpation. Resektion des Unterkiefers, von Teilen des Oberkiefers. Amputatio mammae wegen Krebs etc. In der Augenheilkunde die Staaroperation durch Senkung der Linse). Durch die oben erwähnte Schliessung der Schulen zu Athen und Alexandrien, durch die mehrfachen Verfolgungen der Nestorianer (431, 489), einer sich besonders mit Wissenschaft und Medizin beschäftigenden christlichen Sekte, werden die Hauptträger griechischer Kultur zur Auswanderung gezwungen. Sie wenden sich nach Edessa undNisibis in Mesopotamien, wo bereits jüdische, griechische, zum Teil christliche Schulen bestehen. Ferner nach Persien. Be- sonders berühmt wird Dschondisapor als Universität, an welcher die griechisch-römische Wissenschaft mit der persisch-indischen in nächste Berührung tritt. Bei der Er- oberung Persiens durch die Araber werden diese die geistigen Erben der Nestorianer. 527—565 Justinian I. 640 Eroberung Ale- xandriens. 1453 Eroberung Kon- stantinopels. 226 Gründung des Neupersischen Rei- ches durch die Sas- saniden. 642 Eroberung Neu- persiens durch die Araber. nach Medina. II. Die Araber. Nach der Gründung des Islam durch Mohammed 622 Mobammeds schwingt sich die arabische Nation zur Führerin der Völker ] F1ucht^ von Mekka auf und gründete das Weltreich von den Säulen des Herkules j bis zu den indischen Grenzen. Die kriegerischen und politischen Beziehungen zum byzantinischen Reich, die Er- oberung der persischen und syrischen Länder bringen dem empfängnisfähigen jugendlichen Volke reiche Schätze des Wissens. Das religiöse Dogma hindert auch hier jede freiere Entwickelung der abstrakten Wissenschaften. Anderer- seits finden grade die Experimentalwissenschaften (Physik, Optik und Alchemie) einen günstigen Boden, Astrologie und Botanik eine rege Bearbeitung. In der Medizin haben die Araber kein neues Lehr- gebäude errichtet, keine wesentliche wissenschaftliche Ent- deckung gemacht, wohl aber in praktischen Zweigen der Heilkunde, besonders in der Therapie durch ausgedehnte](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21035520_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)