Experimentelle und kritische Untersuchungen zur Electrotherapie des Gehirns : insbesonders über die Wirkungen der Galvanisation des Kopfes / von L. Löwenfeld.
- Leopold Löwenfeld
- Date:
- 1881
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Credit: Experimentelle und kritische Untersuchungen zur Electrotherapie des Gehirns : insbesonders über die Wirkungen der Galvanisation des Kopfes / von L. Löwenfeld. Source: Wellcome Collection.
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![']J_ aber dieselbe auch geringer, die Hirnoberfläclie blasser, was dadurch bedingt zu sein scheint, dass gelegentlich durch das Anpressen des Gehirns an die Knochenränder die arte- riellen Stämmchen comprimirt werden. Es ist auf diesen Umstand schon von Riegel und Jolly^''^ aufmerksam ge- macht worden. Bei Durchleitung eines Stromes durch den Kopf tritt selbst bei Anwendung geringer Stromstärken bei plötzlicher metallischer Schliessung öfters auch bei Oeffnung nahezu regelmässig bei Wendung des Stromes entweder im Momente des Schliessens etc. des Stromes oder einige Au- genblicke später Zusammenfahren des Thieres oder wenig- stens eine Bewegung des Kopfes (oft auch Zuckungen der Schädelmuskulatur) ein, wodurch die Beobachtung des Theiles, auf welchen man einstellt, entweder sehr beeinträchtigt oder ganz unmöglich gemacht wird. Die Benützung des Czer- mak'sehen Kopfhalters hilft über diesen Uebelstand nicht hinweg. Ich bin der Ansicht, dass diese Erschütterung des Gesammthirnes, dieses Zusammenfahren weniger directe Wirkung des Stromreizes auf das Gehirn, als Folge des psychischen Eindruckes, des Schreckens ist, den die dem Thiere fremdartigen Sensationen bei Durchströmung des Kopfes verursachen. Bei stärkeren Strömen treten noch Schreien, heftige Abwehrbewegungen und Convulsionen hin. zu. Von grösster Bedeutung ist im Allgemeinen die Blutung aus den Knochenrändern, während die Blutung aus den durchtrennten Dura mater-Gefässen fast nie in Betracht kommt.*) Wo erstere längere Zeit, wenn auch ganz gering- fügig, persistirt, und man genöthigt ist, zur Säuberung des Gesichtsfeldes oft zu tupfen und zu wischen, sei es mit Lein- wand, Pliesspapier, Schwamm oder irgend welchem andern Material, darf man, auch wenn durch diese Manipulationen — was oft nicht zu vermeiden — kein Piagefäss verletzt *) Diess gilt natürlich nur für die von mir zur Trepanation gewählten Stellen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21064891_0089.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


