Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg.
- Karl Hermann Schauenburg
- Date:
- 1865
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Credit: Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg. Source: Wellcome Collection.
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![linsengrosse Portion erforderlich sein, da mehr zwischen den Lidern doch wieder vorquillt. Salben für die Umgegend des Auges werden besonders Abends in grösseren Portionen einige Minuten hindurch kräftig in die Haut einge- rieben und erst andern Morgens mit lauem Wasser vorsichtig abgewa- schen, damit Nichts zwischen die Lider gelange. C. Cataplasmen sind indicirt, wenn Zertheilung oder Eiterung am Auge zu befördern ist oder wenn man die in einem zerstörten Augapfel stattfmdenden Schmerzen zu besänftigen beabsichtigt. Die Masse wird am passendsten aus Hafergrütze mit Schmalz und Milch oder aus Leinsamenmehl, Semmelkrume und dgl. m. gekocht, in kleinen Paqueten von 28—30^ R. Wärme aufgelegt, damit das Auge nicht durch zu grosse Schwere oder zu starke Hitze belästigt werde, und c. alle 15 Minuten gewechselt. — Sind sehr heftige Schmerzen zu bekämpfen, so kann man Opium zusetzen oder den Brei mit etwas Cicuta kochen lassen. — Bei grosser Torpidität kann man einen Zusatz von Wein machen. D. Das Augenpulver^ im Alterthum häufig verordnet, findet in neuester Zeit wieder mehr Anwendung, besonders da, wo man durch mecha- nisch reizende Einwirkung den Säfteumsatz und damit die Aufsaugung von Exsudaten befördern will. Calomelpulver mit oder ohne Zucker wirkt nachgewiesener Weise, auf Hornhauttrübungen gebracht, nicht anders, wie jedes ähnliche Pulver, das mit einem Federbart aufgestrichen wird. Anders ist es, wenn die Pulver von solcher Substanz sind, dass sie sich in den Drüsensekreten lösen und chemisch wirken, oder wenn sie, wie Plumb. acet. in der granulirten Lidbindehaut unmittelbar zur Wirkung kommen. Wo auf fettige Einreibungen in der Nachbarschaft des Auges Ery- them oder Pustelbildung eintritt, ist es eine alte Vorschrift, die wirksame Substanz, z. B. Opium, bei Augenschmerzen, für sich zu verordnen, um sie mit Speichel vermischt, vom Patienten in der Umgebung des Auges einreiben zu lassen. AetzmiUel. Sie finden heut zu Tage eine sehr ausgedehnte Anwen- dung, besonders in Behandlung derblennorrhoischen und körnigen Augen- entzündung. Sie haben die Antiphlogose bei denselben fast vollständig verdrängt, und erzielen die überraschendsten Erfolge. Die vorzüglichsten sind: Cupr. sulph. crystall., Lap. infernal, pur oder mit Nitrum aa mitigirt. Die Anwendung geschieht auf das umgestülpte Augenlid (s. Einlei- [ Man suche die Uebergangsfalten auf. Vor der Rückführung des \ Augenlids in seine Lage entferne man die noch im Auge vorhandenen ' coticentrirten Lösungen mit Schwamm, Leinwand oder neutralisirenden ' Salzlösungen (pag. 285). E. Aromatische und spirituöse Mischungen werden theils als E in- : reibungen, theils als A ugend u n st bäde r gebraucht und überden geschlossenen Augen in der oberen Gesichtshälfte eingerieben, dann auch nach Oellnung der Augen mit der hohlen Hand vorgehalten, so dass sie bei der Verflüchtigung nervenstärkend und überhaupt anregend auf das toi-])ide Augennervensystem wirken. In ähnlicher Weise lässt man die leuehtwarrnen Dämpfe von aromatischen Theespecies mittelst einesTrich- ters an die Augen leiten und nimmt zu solchem Behuf Species aromatic., oem roenical contus. Hb. Menlli. pip. u. d.m. — oder, wenn man nur zerthedcnd und entspannend einwirken will, reines, warmes Wa.sser. Aromatische Kräutcrsäckohcn sind zu empfehlen, dürfen aber durch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330781_0299.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)