Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg.
- Karl Hermann Schauenburg
- Date:
- 1865
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Credit: Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg. Source: Wellcome Collection.
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![und nach theihveiser Erweichung Kerectasia, Kerato-Irilis und s. g. ,4»!- blyopie durch einen begleitenden Irritationszustand der Retina gehören ebenfalls zu den Folgen. — Arlt bemerkt (S, 37) das Kigenthümliche, dass bei diesen Hornnautgeschwüren nie eine Eitersenkung zwischen den Faserschichten der Cornea [Unguis) vorkäme. Dr. Mildner''-) trennt zuerst von den Bindehautentzündungen der Neugeborenen, die nur als Reflex gewisser Allgemeinleiden auf das Auge oder alsTheilnahme der Bindehaut an allgemeinen catarrhalischeu und Croupösen Entzündungen anderer Schleimhautpartien zu betrachten seien, diese Blennorrhoe als Localkrankheit, der er eine fehlerhafte Blutmischung zum Grunde legt, theils Albuminosis, krankhaftes IJeber- wiegen des Eiweissstolfes, welches be.sonders durch das Einathmen sauerstoffarmer Luft, daher durch das Zusammenhäufen vieler Menschen in einem Locale begünstigt werde, theils Pyämie, die bei Neugeborenen häufig durch Entzündung der Nabelgefässe • eingeleitet werde. Cur: Entfernung aller möglichen Schädlichkeiten, gewissenhafteste Reinigung der Luft, des Locales, der Kleider, des ganzen Körpers, der Augen insbesondere. Letztere müssen vorsichtig ausgespritzt werden, und zwar stündlich mit milchwarmem Wasser, 5—dstündlich mit einer Lösung von Höllenstein (5, 10, sogar 15 Gran auf die Unze Aip dest.J. Stärkere Lösungen wirken leicht nachtheilig an sich. Lässt die Seoretion nach, so gehe man von Solutionen von 10—15 gr. auf die Unze, zu schwächeren von 3—6 gr. über. Die Wasserausspritzungen müssen auch Nachts einigemal vorgenommen werden und zwar in intensiven Fällen ebenfalls stündlich. Leichte Formen heilen allerdings bei blossem regelmässigem Ausspritzen mit Wasser (Bednar), doch kommt man mit Arg. nitric. schneller zum Ziele. Wird wegen der Infiltration die An- wendung in Substanz nöthig, so lasse man sofort einen Strahl mit Acid. muriat. angesäuerten Wassers folgen (2 Theelöffel auf 2 Glas Wasser, Desmarres), wodurch sich das überschüssige Arg. nitr. in Gestalt weiss- licher Flöckchen abstösst. — Innere Mittel sind höchstens symptomatisch indicirt. (Bei i’obusten Kindern ist ein Blutegel oft von Nutzen, Desmarres will die Chemosis scarificiren oder selbst excidiren.) Ebenso wird man in vielen Fällen kalte Aufschläge (Gulz) entbehren können. Nur bei hoher Wärmeentwicklung säume man mit fleissigem Wechseln kalter und dünner Compressen nicht, bis die Wärme nachlässt. Dabei schütze man nach Möglichkeit das nicht afficirte Auge, durch Schutzverband ge- lingt das oft am Besten. — Sobald die Cornea mit afficirt ist, gehe man von Arg. nitric. ab und wähle als Adstring. das Cupr. sulphur., damit nicht der Höllenstein als Hornsilber bleibende Verdunkelung in der Horn- haut zu Wege bringe. Zur Zeit des begonnenen KUckgangs fahre man noch eine Zeit lang mit Einträufelungen von Laudanum (rein oder verdünnt) oder von Cu]ir. sulph. (gr. 1—2 aufunc. 1 aq. dest., vielleicht mit etwas Laudanum) fort. B. Ophthalmia gonorrhoica, Tripperblennorrhoe. Die Ursache ist einzig die directe Uehertragung des Trippersecretes am die Bindeliaut. Die Lehre d er Entstehung durch Metastase, zuerst von Sl. Yves, dann auch von Beer aufgestellt, gehört in das Gebiet der Fabel. Ricord^) sah niemals die Krankheit auf hlo.sse ‘) Prager Vierteljalii'.s3chrift. Bd. 13. Vgl. auch Arlt. p. 53. lUr.urd soll in neuester Zeit die Möglichkeit einer Trippermctastasc Ix i rheumatischen Personen zugegeben haben. (?)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330781_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)