Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg.
- Karl Hermann Schauenburg
- Date:
- 1865
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Credit: Ophthalmiatrik : nach den neuesten Forschungen für das Studium und die Praxis bearbeitet / von Carl Hermann Schauenburg. Source: Wellcome Collection.
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![fasse verlaufen auf der Hülie der Geschwulst. Die Lider sind meist o-leich- zeitig ödeinatüs — Leichte Entzündung mit Chemosis hezeichnete man früher mit Taraxis. Idiopathisch kouimt die Chemosis nicht vor, sie begleitet entweder Allgemeinkrankheiten, (Hydrops, Anusucra u. d.) oder Augenleiden verschiedener Art (Entzündungen, Eiterungen u. d.) Hohes Alter, in dem die Gewebe schlalfer sind, prädis]>onirt. j Die Prognose richtet sich nach dem Grundleiden, dessen Symptom die Chemosis ist. Die Cur ist gegen das Grundleiden gerichtet. Das Infiltrat kann man durch Scarilicationen oder Excisionen und nachfolsenden leisen Druck auf das Lid entfernfn. Augenwässer und Salben^sind nie am j Platze. Man bedecke das Auge mit einfach gewärmten, trockenen Tüchern. j 2) Chemosis phle°monosa, phlegmonöse Entzündung der Bindehaut und des sub co nj un c ti v ale n Zellgewebes, zeigt sich als dunkelrothe, harte, festaufsitzende, empfindliche Geschwulst, die IV2—2' breit und verschieden hoch wie ein Wall die Cornea um- giebt und dieselbe in grosse Gefahr bringt. Lichtscheu und Schmerz sind meist bedeutend. Beim Einschnitt entleert sich wenig rothliches Serum.— Sie kommt als Symptom bei intensiver Conjunctivitis blennorrh. etc., Keratiti j, Iritis, Panophthalmitis vor und führt leicht zur Erweichung der Hornhaut und zum Brande. — Directe Heilungsversuche bleiben ohne Erfolg. Xerosis conjunctivae, Dürrsucht der Bindehaut. Partielle oder totale Atrophie, Vertrocknung und Verhornung der Bindehaut, ein Krankheitszustand, der noch nicht hinreichend in seiner Entstehung und seinem Wesen bekannt ist, folgt auf verschiedene Processe, besonders auf croupöse, diphtheritische und trachomatöse Conjunctivitis mit cbronischem Verlaufe, meist mit Degeneration der Thränenorgane gleichzeitig. Das Epithel wird nicht abgestossen, weggespült und erneuert, sondern vertrocknet, verliert Glanz und Glätte, wird endlich raub, der Cutis ähnlich (Cutisalion, Duprez) und fast unempfindlich. Es stösst sich das degenerirte Gewebe in Schuppen ab, wie bei Exophthalmus, Conj. membranacea, Staphyloma, der Papillarkörper und Follikelapparat werden atrophisch und mit der weiteren Schrumpfung der Bindehaut entsteht Hasenauge und totales Symblepharon. Werden die Thränen noch seeernirt, so fliessen sie Uber, ohne das degenerirte Gewebe dauernd feucht zu erhalten. Da das Lei- den sich immer auch über die Cornea erstreckt, so erblindet der Patient mehr oder weniger. Desmarres berichtet, dass eine Dame etwas besser mit dem xerotischen Auge gesehen habe, wenn sie es mit Speichel be- feuchtet. Wernher fand die abgeschabte Cornea aus normalem Pflaster- epithelium und die Scleralbindehaut aus Bindegewebsfasern mit starken Epithelialschichten bestehend. Mackenzie sucht die Ursache richtig in chronischer Entzündung, die häufig zu Atrophia bidbi hinführe, irriger Weise suchten sie Guerin, O'Beirn u. A. im Verluste der Thräuensecretion. Die Prognose ist sehr übel. Es sind keine geheilten Fälle bekannt. Abschaben nützt höchstens für einige Stunden (HcniAer), Kochsalz- lösungen, ölige Einträufelungen u. d. verfingen Nichts, Cauleri.sation und Excislon der Bindehaut wurden ohne Nutzen verrichtet. Gräfe jun. em- pfiehlt vorzugsweise Milch. Gegen das Gefühl der I rockeuhoit und](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22330781_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)