Landois' Lehrbuch der Physiologie des Menschen : mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medizin / [Leonard Landois].
- Leonard Landois
- Date:
- 1923
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Credit: Landois' Lehrbuch der Physiologie des Menschen : mit besonderer Berücksichtigung der praktischen Medizin / [Leonard Landois]. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Gesetz von der Erhaltung der Energie, Wärme. Calorie. Chemische Spannkraft 6 Gesetz von der Erhaltung der Energie. Wärme. Chemische Spannkraft. [§3.] dabei Energie gewonnen oder geht Energie verloren. In einem Systeme, das von außen keine Beeinflussung erfährt, bleibt daher bei allen Um¬ formungen der Energie innerhalb desselben der gesamte Energieinhalt stets gleich groß: Gesetz von der Erhaltung der Energie {Julius Bohert v. Mayer, 1842; Hermann v. HelmhoUz, 1847). Dieses Gesetz gilt nicht nur für die unbelebte Natur, sondern ebenso auch für die belebten Wesen. Bei allen Erscheinungen, die an diesen beobachtet werden, handelt es sich immer nur um eine Umwandlung der einen Energieform in die andere, die sich nach denselben Maß Verhältnissen wie in der unbelebten Natur vollzieht (vgl. S. 9). Eine besondere Form kinetischer Energie ist die Wärme; hierbei handelt es sich nicht um Bewegung von Massen, sondern um eine Bewe¬ gung der kleinsten Teile der Körper, der Moleküle und Atome. Häufig wird Massenbewegung in Wärme umgesetzt. Wenn z. B. eine Last, von einer gewissen Höhe herabstürzend, unten mit einer bestimmten Geschwin¬ digkeit anlangt und hier auf eine unnachgiebige Grundlage aufschlägt, so scheint die lebendige Kraft der Massenbewegung im Momente des Aufschlagens verschwunden zu sein: tatsächlich ist sie jedoch umgesetzt worden in Bewegung der kleinsten Teile der Masse, in Wärme. Die Menge der entstandenen Wärme ist gleich der Menge der verschwundenen leben¬ digen Kraft. Umgekehrt wird in der Dampfmaschine die durch die Ver¬ brennung der Steinkohlen entstandene Wärme umgesetzt in die mechanische Bewegung der Kolbenstange. Die Menge der Wärme wird gemessen nach Wärmeeinheiten oder Calorien. Diejenige Wärmemenge, welche 1 hg Wasser um U erwärmt, heißt große Calorie (Cal), diejenige Wärmemenge, welche 1 g Wasser um V erwärmt, heißt kleine Calorie (cal). Eine große Calorie ist nun gleich 427 hgm (mechanisches Wärmeäquivalent); d. h. die¬ jenige Wärmemenge, welche 1 hg Wasser um erwärmt, vermag, in mechanische Bewegung umgesetzt, ein Gewicht von 427 hg 1 m empor¬ zuheben; oder ein Gewicht von 427 hg würde von einer Höhe von 1 m herniederstürzend, beim Aufschlagen soviel Wärme erzeugen, daß dadurch 1 hg Wasser um 1® erwärmt werden würde. Eine besondere Form potentieller Energie ist die chemische Spannkraft. Zwischen den Atomen der Stoffe herrscht die chemische Affinitätskraft, welche die Atome zu den Molekülen vereinigt. Werden bei einem chemischen Prozeß die miteinander verbundenen Atome von¬ einander getrennt, chemische Affinitäten gelöst, so wird Wärme ver¬ braucht, richtiger ausgedrückt: Wärme wird in chemische Spann¬ kraft umgesetzt. Wenn umgekehrt getrennte Atome sich zu Molekülen vereinigen, oder Atome, die in einem großen Molekül infolge ihrer Lagerung der chemischen Affinität nicht haben folgen können, beim Zusammen brechen des Moleküls sich zu den einfachsten Verbindungen zusammenfügen, so wird Wärme frei: Die chemische Spannkraft wird in Wärme um¬ gesetzt. So wie die Wärme Energie der Bewegung ist, aber nicht Energie der Bewegung der Massen, sondern der Bewegung der kleinsten Teilchen der Körper, so ist die chemische Spannkraft Energie der Lage, aber nicht Energie der Lage der Massen, sondern der Lage der kleinsten Teilchen der Körper. Die chemische Spannkraft wird gemessen, indem man sie in Wärme überführt und die entstandene Wärme nach Calorien mißt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b3136441x_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)