Über Luft im Blute in pathologischer Beziehung / von G. Cless.
- Cless, Georg von, 1815-1884.
- Date:
- 1854
Licence: Public Domain Mark
Credit: Über Luft im Blute in pathologischer Beziehung / von G. Cless. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![klagte über Beengung, sie stieg heraus und Jiess sich auf einen Stuhl sinken, ohne dass man Zeit hatte sie mit einem trockenen Badtuche zu be- decken. Der Athem war keuchend geworden, ohne dass sie selbst gewalt- same Anstrengungen zum Athmen machte; sie war nicht mehr im Stande sich verständlich zu machen. Bei den ersten Anzeigen des Anfalles hatte man mich eilends gerufen, und es waren keine fünf Minuten verstrichen bis ich bei der Kranken ankam; — sie war todt! — Ich traf sie auf einem Stuhle sizend. unterstüzt von ihrer Umgebung, noch bedeckt von dem nassen Badmantel. Ihr Gesicht war vollkommen entfärbt, der Kopf auf die Brust herabgesunken und wackelnd, die Lippen leicht violet, die Züge weder verzerrt noch entstellt; kein Schaum vor dem Munde; die Glieder waren welk und völlig unempfindlich; es war kein Puls mehr zu fühlen, keine Herzgeräusche mehr zu hören; die Pupülen erweitert und unbeweglich, .die Bindehaut für die Berührung unempfindlich. — Obschou die rasche Kon- statirung dieses Zustandes mich nicht zweifeln liess an der Wirklichkeit des Todes, so öffnete ich doch die Medianvene am rechten Arme weit. Es floss sogleich, sickernd, dünnes Blut, nicht sowohl von schwarzer als von violeter Farbe und schaumig heraus, d. h. begleitet von ungleich grossen Luftblasen die zugleich mit dem Blut aus der Vene herausdrangen. Ueber eine Viertelstunde machte ich vergebliche Belebungsversuche mit Kizeln des Gaumens. Salmiakgeist u. dgl. Während dieser Zeit liess ich von dem rechten Arme nicht los, den Austritt des schaumigen Blutes untersuchend, der von Zeit zu Zeit, unter der Einwirkung von Streichen und Drücken von unten nach oben längs des Vorderarmes, erfolgte. Einmal sprizte ein kräftiger Strahl heraus 5 bis 6 Sekunden lang, wie getrieben von einer Luftblase die sich im Innern des Gefässes ausdehnte. Zulezt zeigte sich auch etwas weisser Schaum an den Lippen. Die Leichenöffnung wurde vorgenommen 12 Stunden [soll wohl heissen: 22 Stunden] nach dem Tode, den 21. Juli, um 3 Uhr Morgens. Der Leichnam hatte kein Zeichen von Fäulniss, nur einige Flecken auf den abhängigen Theilen des Rumpfes und der Gliedmaassen. Das Herz war sehr gross, seine rechten Höhlen von durchaus flüssigem, mehr violetem als schwarzem, syrupähnlichem und sehr schaumigem Blute stark ausgedehnt; die Gasblasen waren zum grösseren Theile Stecknadelkopf-, die anderen .selteneren erbsengross. Wenn man auf den Lauf der zwei Hohladern drückte, so war das Blut welches in das rechte Herzohr hereinfloss schaumig, wie Saifenwasser. Die Wandungen der rechten Herzhälfte zeigten eine oberflächliche bläuliche Färbung. Die linken Höhlen waren absolut leer von Blut und nicht gefärbt; der linke Ventrikel bedeutend hypertrophisch ; die Orificien des Herzens zeigten keine bemerkbare Veränderung, so wenig als das der Aorta. Die Venen im Unter- leib strozten von violetem und schaumigem Blute; im Blute der Milzvene und der Pfortader wenigstens waren zahlreiche Luftblasen. — Die Lungen füllten die Brusthöhle aus, hatten einige Verwachsungen, von Emphysem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22284539_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)