Atlas typischer Röntgenbilder vom normalen Menschen : ausgewählt und erklärt nach chirurgisch-praktischen Gesichtspunkten, mit Berücksichtigung der Varietäten und Fehlerquellen, sowie der Aufnahmetechnik / von Rudolf Grashey.
- Grashey, Rudolf, 1876-
- Date:
- 1912
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Credit: Atlas typischer Röntgenbilder vom normalen Menschen : ausgewählt und erklärt nach chirurgisch-praktischen Gesichtspunkten, mit Berücksichtigung der Varietäten und Fehlerquellen, sowie der Aufnahmetechnik / von Rudolf Grashey. Source: Wellcome Collection.
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![s Fig. 5. Halbteilung der leuchtenden Röhre. Bei X zeigt die weiche Röhre eine blaugraue Aureole. Das Verfahren, auf chemischem Weg ein Bild von dem durch- strahlten Objekt zu gewinnen, heisst Röntgenographie, das fertige Produkt Röntgenogramm, oder Röntgen- bild. Das Wort Röntgenaufnahme bezeichnet zunächst den Vorgang, dass man die Platte den im Objekt diffe- renzierten Strahlen exponiert; wird aber auch im Sinne von Röntgenogramm gebraucht. Röntgenologie heisst die Wissenschaft von den Röntgenstrahlen und deren praktischer Anwendung. Der Ausdruck „Radiologie“ hat den Wohllaut für sich, ist aber zu weit fassend, der Ausdruck „Röntgenphotographie“ räumt dem Verfahren, wie man sagt, zu wenig Selbständigkeit ein. Röntgenstrahlen entstehen, wenn ein „hochgespannter“ elektrischer Strom einen stark verdünnten Luftraum durchsetzt. Die Kraftquelle und die Röntgenröhre seien kurz besprochen. Ströme von der nötigen Spannung von etwa 100000 Volt müssen erst durch „Transformation“ aus den in grossen Netzen oder lokalen Starkstromanlagen verfügbaren Strömen niedrigerer Spannung gewonnen werden, und zwar geht die Erhöhung der Spannung auf Kosten der Stromstärke, da bei dieser Umwandlung das Produkt aus beiden unverändert bleibt. Der. gebräuchlichste Transformator ist der Rühmkorffsche Induktor. Es wird z. B. der Strom einer Batterie von 6 hintereinandergeschalteten Akkumulatorzellen, welche 6X2=12 Volt Spannung nach frischer Ladung haben und welche in den üblichen transportablen Zellbatterien ca. 5 Ampere liefern, im Induktionsapparat von 30 cm Schlagweite auf ca. 30000 Volt erhöht, aber gleichzeitig in seiner Stärke auf ca. ein Tausendstel Ampere (Milliampere) reduziert. Der einer Kraftstromanlage von 110 bzw. 220 Volt ent- nommene Strom wird dem Induktor bei Verwendung eines elektrolytischen Unter- brechers in einer pimären Stärke von 10 bzw. 40 Ampere zugeführt, während der in- duzierte sekundäre Strom beiläufig z. B. 100000 Volt und 50 Milliampere misst. Mit sehr grossen Influenzmaschinen (Wimshurstmaschinen) kann man ziemlich hochgespannte Ströme erzeugen, welche] Leitungs-Anschluss den Vorzug besitzen, im Gegensatz zum1 Induktor, der Röhre nur in der einen günstigen Richtung Strom zu liefern und keinen Unterbrecher zu benötigen. Ihre Leistungsfähigkeit ist aber zumal für moderne Ansprüche viel zu gering, und die bewussten Nachteile der Induktorien hat man auf verschiedene Weise zu um- gehen verstanden. Der Induktor (Fig. 6) besteht aus einem weichen Eisenkern, um welchen der relativ dicke, gut isolierte Kupferdraht gewickelt ist, der den primären Strom führt. LTeber diese „primäre Rolle“ ist, Eisenkern-> d.Jnduktors, umgeben von ol. Vrimärspule Fig. 6. Röhre secunc/ären' im 'Stromkreis](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28134953_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


