Grundriss der Hygiene für Studierende und praktische Ärzte, Medizinal- und Verwaltungsbeamte / von Carl Flügge.
- Carl Flügge
- Date:
- 1912
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Credit: Grundriss der Hygiene für Studierende und praktische Ärzte, Medizinal- und Verwaltungsbeamte / von Carl Flügge. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![Hygienische Bedeutung der Lufthewegung. Die Windrichtung ist nur bedeutungsvoll durch den begleiten- den Charakter des Windes, durch die Temperatur, Feuchtigkeit, Wolken, Niederschläge, welche eine bestimmte Windrichtung mit sich zu bringen pflegt. Die Windstärke ist direkt von bedeutendem Einfluß auf die Wärmeabgabe des Körpers. Im Freien ist infolge der steten, selbst bei Windstille und schwachem Wind noch mit ’/s 2 Meter pro Sekunde Geschwindigkeit sich vollziehenden Luftbewegung die Ent- wärmung durch Leitung und durch Wasserverdunstung von der Haut außerordentlich erleichtert gegenüber den Wohnräumen. Sowohl die austrocknende Wirkung des Windes wie die Abkühlung durch Leitung verhalten sich proportional der Quadratwurzel aus der Windgeschwindig- keit; die Abkühlung z. B. einer 30^ warmen Glaskugel erfolgt nach der Gleichung: B = 0-094 (30 - i) ]/u, wo B die Abkühlung in Graden, t die Lufttemperatur, v die Windgeschwindigkeit bedeutet. — In tropischen Klimaten oder an heißen Sommertagen werden daher unter der Beihilfe stark bewegter Luft sehr hohe Temperaturen gut ertragen. Das „erfrischende“ Gefühl beim Hinaustreten aus den Wohnungen ins Freie ist wesentlich auf die bessere Entwärmung durch Leitung und Wasserverdunstung in der bewegten Luft zurückzuführen, welche die im geschlossenen Raum so leicht zustande kommende Wärmestauung beseitigt und Verhältnisse schafft, die denen bei einer erheblich niedri- geren Temperatur und ruhiger Luft entsprechen (s. S. 47 u. 85). Dem- entsprechend wird auch durch Wind die COg-Abgabe, der Stoffwechsel und die Nahrungsaufnahme angeregt. Dazu kommt, daß stärker be- wegte Luft im Freien durch die steten bedeutenden Schwankungen der Windgeschwindigkeit einen kräftigen, als wohltätige Anregung emp- fundenen und gegen Erkältungskrankheiten abhärtenden Hautreiz aus- übt. Der günstige Einfluß der Liegekuren im Freien und der Luft- bäder ist vermutlich hauptsächlich auf diese Wirkungen der bewegten Luft zurückzuführen. — Andererseits können stärkere Winde bei kaltem Wetter in außerordentlich hohem Grade schädliche Wirkungen durch zu intensiven Wärmeverlust (Erkältungen, Erfrierungen) befördern. Der Körper vermag indes einer zu stark ahkühlenden Wirkung des M indes bei niederer Temperatur durch gesteigerte Wärmeproduktion, bei Imheren Temperaturen durch Einschränkung der Wasserverdunstung (die ei 20—35° im Winde erheblich geringer ist als bei Windstille) einiger- maßen zu begegnen. Ferner ist die zerstörende Gewalt der heftigsten Stürme und Orkane zu erwähnen, denen alljährlich eine große Anzahl von Menschen zum Oper](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28069791_0046.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)