Zur Histologie des Carcinoma cervicis uteri ... / vorgelegt von Benno Liegner.
- Liegner, Benno, 1889-
- Date:
- 1913
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Credit: Zur Histologie des Carcinoma cervicis uteri ... / vorgelegt von Benno Liegner. Source: Wellcome Collection.
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![Fall XVIII. Marie E., 43 J., Journ. 1912/13, Nr. 89. Anamnese: Periode bisher regelmäßig. Seit 7. Januar, also seit zirka 8 Wochen ununterbrochen Blutung, dabei heftige Kreuzschmerzen. 1 Abort vor 22 Jahren. Genitalbefund: Nullipara deflorata. Vagina für 2 Finger durchgängig. Von der Portio vor dem Muttermund entspringt ein kirschgroßer, höckriger, harter Tumor, der leicht blutet. Wegen starker Bauchdeckenspannung sonst nichts zu tasten. Operation: 12. III. 1912 (Prof. Hannes). Abdominale .Radikaloperation. Ziemlich fette Bauchdecken, keine Drüsen. Beide Ureteren wie beim Karzinom gelegen, rechtes Parametrium zart, linkes nicht weich, jedoch weit im makroskopisch Gesunden exstirpiert. Blase teil¬ weise in der Muskulatur gelöst. Rektalwärts muß von einer Stelle ebenfalls in der Muskulatur das Rektum abgelöst werden. Rektum nicht eröffnet. Weiterer Verlauf: Ist kompliziert durch eine kleine Dammfistel, die sich von selbst bald schließt. Makroskopischer Befund: Kleines Organ; an der Portio Ulzeration. In der Gegend der Mitte des Oervikalkanal ein ausgedehnter Erweichungsherd. Mikroskopischer Befund: Krebs stellenweise in größeren und kleineren Nestern, an andern Stellen hat das Karzinom das übrige Gewebe fast völlig er¬ setzt, so daß in großen Bezirken außer Karzinomzellen keine Zwischengewebs¬ zellen vorhanden sind. Die Zellen sind groß, haben deutliche Zellgrenzen, viel Protoplasma, so daß die Zelle aufgeblasen und polygonal erscheint. Es finden sich zahlreiche Stellen, wo auf schmalen Bindegewebssepten (Kapillaren) Kar¬ zinomzellen aufgebaut sind, so daß das ganze an die Struktur eines Papilloms erinnert. Das Gewebe zeigt ausgesprochene Reaktion. Es finden sich eosino¬ phile Zellen in nicht unbeträchtlicher Zahl. Die Absetzung des Tumors gegen das Gewebe ist ganz unscharf, keine deutliche Grenze oder Zellwal]. Um die Gefäße findet sich allenthalben eine Schicht zelliger Anhäufungen. Auch im Parametrium, das frei von Karzinom ist, finden sich die Infiltrationskränze. Parametrane Gefäße sind durch Wucherungsprozesse an der Wand verändert, die Wandstärke wechselnd und das Lumen eingeengt. Drüsen wurden nicht entfernt. Fall XIX. Christiane B., 45 J., Journ. 1911/12, Nr. 338. Anamnese: Patientin blutet seit 4 Wochen. Stechen im Leib. Scharfer, häßlich riechender Ausfluß. 5 Partus, letzter vor 12 Jahren. Genitalbefund: Sehr großer, von beiden Lippen ausgehender Cowli- fiower. Oberfläche ziemlich glatt. Parametrien anscheinend frei. Operation: 8. VII. 1911 (Geh. Rat Küstner). Sehr großes Blumenkohlgeschwür fast die ganze Zirkumferenz einnehmend. Paramentrien zart. Bauchdecken sehr fett. Deshalb ist die Operation sehr un¬ bequem. Links eine mandelgroße Drüse; wird entfernt. Es wird überall im Ge¬ sunden operiert und viele Zentimeter unterhalb des Affekts abgetrennt. Weiterer Verlauf: 2. VIII. 1911 entlasseo. Irgend eine Resistenz ist nicht zu treffen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30619907_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)