Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1890
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Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![(Stickstoff) mehr als nach Bunsen, im Hundeharn Bleibtreu i) zwischen 0,41 zu wenig und 1,02 o/^, zu viel. Der Harn wird wie für die Bestimmung des Harnstoffs nach Bunsen (I. 1. B. S. 524) mit Phosphorwolframsäure und Salzsäure ausgefällt und das Filtrat durch Verreiben mit trocknem Kalkhydrat alkalisch ge- macht. In 15 cc des 2. Filtrats wird das Ammoniak nach Schlösing (S. 458) bestimmt, andere 15 cc (oder mehr) werden in einem Destillations- kolben mit beiläufig 10 g krystallisirter Phosphorsäure oder der ent- sprechenden Menge concentrirter flüssiger Phosphorsäure versetzt und der Kolben (in einem entsprechend grossen Trockenkasten) 3 Stunden lang auf 230—260° erhitzt. Nach dem Erkalten wird der theerartige Rück- stand durch Zusatz von Wasser verflüssigt, mit 70 cc Natronlauge von 1,3 Dichte (mit 21 o/,, NaHO) und 500—600 cc Wasser versetzt und der Destillation unterworfen, nachdem der entstandene Nebel aus dem Kolben vollständig verschwunden ist. Das Destillat wird in Zehntel- Normal - Schwefelsäure aufgefangen und die nicht gebundene Schwefel- säure wie bei der Stickstoffbestimmung nach Kjeldahl (§ 63. H. C. S. 506) zurücktitrirt. Von der so gefundenen Menge Ammoniak wird die nach Schlösing bestimmte Menge abgezogen und der Rest auf Harnstoff berechnet. 4. Bestimmung durch Erhitzen mit Wasser nach Cazeneuve und Hugounenq. Wie sich Hugounenq 2) überzeugt 'hat, wird Harnstoff beim Erhitzen seiner wässrigen Lösung auf 140° geradeauf zu kohlensaurem Ammon zersetzt. Das gebildete Ammoniak lässt sich durch Titriren be- stimmen und aus dem gefundenen Ammoniak der Harnstoff berechnen. Cazeneuve und Hugounenq3) nehmen die Erhitzung in kleinen bronzenen Cylindern vor, welche innen galvanisch platinirt sind und durch einen aufschraubbaren Deckel verschlossen werden können. Eine Bleiplatte zwischen Cylinder und Deckel stellt die Dichtigkeit des Ap- parates her. Die Cylinder sind auf einen Druck von 60 Atmosphären geprüft. Sie werden aufrecht in ein Oelbad gestellt, welches auf 180° angeheizt wird und bleiben bei dieser Temperatur ^2 Stunde in dem- selben. Für die Analyse des Harns werden 25—30 cc mit Thierkohle ge- schüttelt und filtrirt. Die Kohle entfärbt den Harn, normalen besser als den stark gefärbten Kranker und macht ihn, was die Hauptsache ist, neutral. Das Behandeln des Harns mit Thierkohle entzieht ihm keinen 1) Bleibtreu, Pflüger's Archiv 44. 532. — 2) l_ Hugounenq, Comptes rendus 97. 48. 1883. — 3) P. Cazeneuve u. Hugounenq, Bull, de la Soc. chim. [2] 48. 82. 1887.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20395358_0542.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)