Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1890
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Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![Fig. 46. möglichst külilen Ort aufbewahrt und ist 6-10 Stunden nach ihrer Darstellimg am Wirksamsten. Sie hält sich unter günstigen Umstünden mehrere läge, wo die Harnstoi^-bestimmung corrigirt worden soll, muss der Coefflcient mit derselben Lauge, demselben Apparat und einer Harnstofflösung von gleichem Gehalt an Harnstoff ermittelt werden. Die Knop'sche Natronlauge besitzt eine Dichte von 1,310 und entüait 28 O/o NaHO Von solcher vorräthigen Lauge versetzt man 268 cc mit 25 cc Brom. Statt des flüssigen Broms schlägt Lunge 1) die Verwendung von Bromum solidiflcatum vor; dasselbe besteht aus Stengeln von erhärtetem Kieseiguhr, die mit Brom getränkt sind. Sie enthalten in bestimmter Länge eine bestimmte Men^e Brom; der Gehalt an Brom lässt sich mit einer Thiosulphatlösung von be- kamrtem Gehalt bestimmen (§ 57. 3. B. 2., S. 473). Zur Bereitung der Bromlauge wirft man ein Stück von der erforderlichen Länge in ein abgemessenes Volumen Natronlauge und lässt das Brom in Lösung gehen. Der Kieseiguhr bleibt unge- löst. Man verwendet die trübe Flüssigkeit. 2. D as Hüfner'sche üreometer. Ein etwa 100 cc fassendes, bauchiges Gefäss c steht vermittelst eines mässig weiten Halses von 1,5 cm Durchmesser mit der höchstens 5 cc haltenden Kapsel a in solider Verbin- dung. Zwischen beiden bei b ist ein gut schliessender Glashahn mit möglichst weiter Bohrung eingeschaltet, der sehr häufig gefettet werden muss, damit er immer leicht beweglich bleibt. Das Volumen, welches das Gefässchen einschliesslich der Hahnbohrung fasst, muss genau bekannt sein; man misst diesen Raum deshalb entweder durch Auswägen mit Quecksilber oder durch Einmessen von verdünnter Sodalösung aus einer rich- tigen Bürette, deren Ausflussrohr bis in die Harnbohrung reicht. Vgl. § 46. B. Das obere, verjüngte Ende des grösseren Gefässes d umschliesst der Hals einer Glas- schale k von 1 dm Weite und 4—5 cm Tiefe, aus deren Mitte jenes verjüngte Stück ungefähr 1 cm hoch her- vorsteht. Letzteres ragt in die Oeffnung des darüber stehenden Eudiometers e hinein. Das Eudiometer ist etwa 30 cm lang, 2 cm weit und in 1/5 cc eingetheilt: es fasst 90—lOOcc; auch dieses muss nach § 46. B. geaicht sein. Der ganze Apparat wird zweckmässig an einem eisernen Stativ ff befestigt. Der Apparat wird von Greiner u. Friedrichs in Stützerbach (Thüringen) in vorzüglicher Ausführung geliefert. Arnold^) ertheilt dem Eohr c, an welchem sich die Kapsel befindet, nur eine Grösse von 35 cc, aller- dings für Versuche, wo der Harnstoff vor der Ein- wirkung der Bromlauge mit Alkalilauge in Berührung ■war. Er befestigt ferner die Schale am Bohr c mittelst Kautschuk, was den Vortheil hat, dass man das Eohr weiter in die Schale hinauf schieben kann. Damit sich das Eudiometer bequem mit der Lauge füllen lässt, ohne dass man die Hand in die Lauge tauchen muss, haben Jacob j, sowie Arnold vorgeschlagen, es oben mit einem Glashahn zu versehen und es (in der Schale) mit Bromlauge (mittelst der Wasserstrahlpumpe) vollzusaugen. B. Ausführung. Mit Hülfe eines langhalsigen Trichters, dessen Spitze his in die Hahnbohrung reicht, füllt man zuerst das Gefäss a sammt der Hahnbohrung mit dem Harn, sperrt den Hahn und spült die überstehende 1) Lunge, Pflüger's Archiv 37. 45. 1885. — 2) Arnold, Archiv der Pharm. [3] 20. 359.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20395358_0549.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)