Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel.
- C. Neubauer
- Date:
- 1890
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Credit: Anleitung zur qualitativen und quantitativen Analyse des Harns : sowie zur Beurtheilung der Veränderungen dieses Secrets mit besonderer Rücksicht auf die Zwecke des praktischen Arztes zum Gebrauche für Mediciner, Chemiker und Pharmaceuten / von C. Neubauer und Jul. Vogel. Source: Wellcome Collection.
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![(2,7-8,1 O/o). Der Fehler wird um so grösser, je längere Zeit bis zum Uücktitriren der überschüssigen Bromlauge vergangen ist. Die Wirkung des Broms auf die anderen oxydablen Substanzen des Harns macht sich, bei dem ersten Ueberschuss stärker geltend, als bei einem später noch vermehrten Ueberschuss, weil schon anfangs die oxydablen Substanzen zerstört worden sind. Die gleichfalls von Pflüger und Soheuck gemachte Wahrnehmung, dass Harn, welcher mit einer zur Zersetzung dos Harnstoffs ungenügenden Menge Bromlauge versetzt worden ist, dennoch Brom an die Arsenlösuug abgiebt, würde sich aus der Gegenwart von Tribromphenol- brom erklären, wenn sich das Tribromphenolbrom gegen arsenige Säure ebenso verhält, wie nach Bondi und Wcinreb (S. 488) gegen Jodkalium. d. Nach Etard und Eichet. Etard und Eichetl) titriren die überschüssige Bromlauge mit einer Zinu- chlorürlösung unter Verwendung von Jodkalium als Indicator zurück. Statt 100 Harnstott' fanden sie in dieser Weise bei Bestimmung von reinem Harnstoff im Mittel aus^ 6 Fällen 99,15 (97,5 — 100,4) wieder. In 17 Harnen, in welchen der „Harnstoff gleichzeitig durch Bromlauge nach Knop-Hüfner und durch Titriren bestimmt wurde, fanden Etard und Eichet durch Titriren 1,02 — 2,48, im Mittel 1,33 mal soviel „Harnstoff als nach Knop-Hüfner. Der Harn hätte nach der Titrirung 4,2—36,5, im Mittel 21,4 g „Harnstoff im Liter enthalten. Vgl. 4. a.—c, sowie § 68. III. Bestimmung durch Zersetzung mit salpetriger Säure. In dieser Richtung sind Versuche angestellt worden von Millon, von Grehant und von Campari^). Sie haben noch nicht zu einem bündigen Resultat geführt (S. 185). § 65. Bestimmung der Harnsäure. I. Durch Wägen. 1. Nach Ludwig. A. P r i n c i p. Aus einer verdünnten Uratlösung wird die Harnsäure hei Gegenwart von Neutralsalz oder einer ammoniakalischen Magnesia- lösung durch eine ammoniakalische Silherlösung als Verbindung mit Silber und einem zweiten Metall bis auf Spuren gefällt (§ 28. B. 3. d., S. 193.). Beim Behandeln des Niederschlags mit Alkali-Sulphhydratlösung geht die Harnsäure als Alkalisalz wieder in Lösung, und nach dem Ein- dampfen der angesäuerten Lösung krystallisirt die Harnsäure aus. Sie wird auf einem Filter gesammelt und gewogen. Weil sich der gelatinöse Harnsäureniederschlag nur schwer auswaschen lässt, wird im Harn durch Zusatz von ammoniakalischer Magnesialösung ein Niederschlag von Tripel- phosphat erzeugt, der sich dem Harnsäureniederschlag beimengt und ihn so lockrer macht. Die Grundlage des Verfahrens bildet die Beobachtung von Salkowski^), dass aus Harn, aus welchem die Harnsäure durch Salzsäure, soweit es eben auf diese 1) Etard und Riebet, Comptes rendus 96. 885. 1885; Archiv de physiol. norm, et path. [3] 1. 636. — 2) Millen, Comptes rendus 26. 115. — Grehant, Comptes rendus 75. 143. — G. Campari, Ann. di chim. et di farmacol. [4] 5. 156; Berichte d. ehem. Gesellsch. 21. Ref. 369. 1888. — 3) Salkowski, Virchow's Archiv 52. 58. 1871; Pflüger's Archiv 5. 210. 1872.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20395358_0558.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)