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Credit: Ueber die Commotio cerebri / von Hermann Fischer. Source: Wellcome Collection.
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![17] Eine Verletzung der Knochen war an dieser Stelle nicht zu constatiren. Am linken Oberschenkel bestand eine Fractura comminuta et complicata. Der mit dem Katheter entleerte Urin war sauer, schmutzig trübe, ent- hielt ein massig hohes braunrothes Sediment, spec. Gewicht 1025. Nach der Filtration desselben konnte man Eiweiss in beträchtlicher Menge und eine geringe, doch deutliche Kupferreduction nachweisen. Die mikrosko- pische Untersuchung des Sediments ergab spärliche rothe, in ihrer Form gut erhaltene, doch sehr blasse Blutkörperchen und den bereits beschrie- benen braunen feinkörnigen Detritus, der sich weder durch Säuren noch beim Erwärmen löste. Patient ging wenige Tage nach der Verletzung zu Grunde, er war vorher besinnlich geworden, die Erscheinungen im Urine bestanden aber bis zum Tode. Hei der Section fanden sich ver- schiedene Brüche am Stirnbein und vielfache Fissuren an der Basis cranii; das Gehirn blutleer, die Sinus strotzend von Blut; die Ventrikel massig weit, mit klarem Serum gefüllt. Die Nieren waren ganz intact, zwar etwas blass, doch nirgends eine Ruptur oder Blutung in der Substanz derselben. Auch an der Blase und den Harnleitern nichts Abnormes. Es fragt sich nun, nachdem wir die klinische Erscheinung der Ver- änderungen des Harns bei der Commotio cerebri kennen gelernt haben, wie dieselben zu deuten seien. Es werden Ihnen bei der Vorführung der erwähnten Thatsachen gewiss gleich die schönen Experimente von Claude Bernard eingefallen sein. Dieser ausgezeichnete Forscher sagt wörtlich: «die Piquure in der Mitte des Raumes zwischen dem Ursprünge der Vagi und der Hörnerven bewirkt zu gleicher Zeit eine Vermehrung der Harnmenge und das Auftreten von Zucker im Harn. Ein wenig höher bewirkt die Piquure, dass der Urin weniger reichlich, weniger zucker- haltig wird, aber er enthält Eiweiss. Die Vermehrung der Harnmenge einerseits indessen und der Uebergang von Zucker und Enveiss in den Harn andrerseits scheinen von einander unabhängige Phänomene zu sein und auch für sich allein hervorgerufen werden zu können. So erhält man, wenn man die Medulla oblongata ein Avenig unterhalb des Ursprungs der Hörnerven verletzte, eine Vermehrung der Harnmenge ohne Uebergang von Zucker oder Eiweiss in denselben.« Hiernach sind Avir nicht in Ver- legenheit, meine Herren, die Albuminurie, das Zuckerharnen und den Diabetes insipidus bei der Commotio cerebri als ein Reizungsphänomen an den durch die schönen Experimente von Claude Bernard bestimmten Stellen des Gehirns in derselben Weise zu erklären, Avie die Reizungs- erscheinungen, Avelche im Bereiche der Ursprungsstelle der Vagusfasern auftreten. Nur eine Thatsache erregt Bedenken. Ich habe Ihnen berichtet, dass in einzelnen Fällen ziemlich viel Blutkörperchen und ein eigenthümlich brauner Detritus im Urine sich finden. In den Experimenten von Claude Bernard handelt es sich aber stets um eine reine Albuminurie, Avie sic ja in einer ganzen Reihe von Fällen auch bei der Commotio cerebri sich findet. Wie ist nun diese klinische Erscheinung zu deuten? Ich glaube, dass diese Ausscheidungen von Blut durch den Harn nicht ohne Ver- änderungen in den Nieren eintreten können. Dennoch hat sich, Avie ich Itlin. Vorträge, 27. (Cliir. &.) 12](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24763408_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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