Beiträge zur Pathologie und pathologischen Anatomie des Centralnervensystems : mit Bemerkungen zur normalen Anatomie desselben / von Arnold Pick.
- Arnold Pick
- Date:
- 1898
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Credit: Beiträge zur Pathologie und pathologischen Anatomie des Centralnervensystems : mit Bemerkungen zur normalen Anatomie desselben / von Arnold Pick. Source: Wellcome Collection.
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![Schlüssel: Ist es ein Schlüssel? „Schlüssel aber ohne Verständnis. Scheere : Was ist das? (Nimmt die Scheere in die Hand und will sich ihre Barthaare abschneiden). Ist es Milch? ,.Milch, Milch-'. Ist es eine Scheere? ,.Scheere, aber ohne Verständnis. Spiegel: Schaut hinein: ,, Grodock wieder do nei (streichelt ihre Barthaare). Ist es ein Spiegel? Spiegel? ,,Am Ende kuntersch eh' thun machen. Geben Sie mir den Spiegel! ,.Stiehl? Was soll ich denn das machen? Gesprächen Anderer horcht sie aufmerksam zu, fragt wohl auch: ,,Was ist denn das wieder? 27. October. Aufgefordert zu beten, betet sie ihre gewöhnlichen Gebete vollkommen correct und hochdeutsch, durch 5 Minuten; dann zeigt sie auf die Aerzte inid sagt: ,,[ch thäte alle Tage bei Ihnen das machen — vielleicht an- deutend, sie wolle für sie beten. Woher sind Sie? „Bei Ihnen das. Wobei- sind Sie? „Von Nahlo. Ein Bild, Personen darstellend, wird an den den Gesichtern entsprechenden Stellen geküsst: ebenso aber auch ein Orna- ment und ein Haus mit den Worten: „Jetzt wess icli's halt nicht. 29. October. Taschentuch: ,.Was ist das wieder, Zucker? Notizbuch: ,,Zucker, Zucker. Bleistift: ,,Was ist das wieder? ,,Das ist eh' tliiui, jetzt wess ich's halt nicht. Fläschchen: „Milch? Milch. Schlüssel: ,.Was ist das wieder, thät ich eh' thun machen genug iind genug. Glesse]-: ,,Milch, wobei sie zurückzuckt, wenn das Messer gegen sie ge- stosseii ^\•ir(i. Zucker: ,.Was ist das? leckt daran; nachdem ihr Zucker vorgesagt wird wiederholt sie es. offenbar ohne Verständnis. Sie werden durchgeprügelt werden! „Prügelt? Was ist denn das? ,,ich ho gor nischt gemacht. Sellen wir von den im Vorstehenden deutlich hervortretenden Schwankungen und einem langsamen Fortschreiten der Störungen ab, das namentlich das Sprachverständnis betrifft, so lassen sich die die Sprache betreffenden Erscheinungen, wie sie die Kranke darbietet, dahin zusammenfassen: Sprachvers tändni s: Hochgradig gestört, in der letzten Zeit entschieden abnehmend. Sprechen: Patientin-besitzt einen kleinen Wortschatz, den sie behn spontanen Sprechen immer wieder, meist in der gleichen, ganz korrekten Zusammenfüguno- pebrauclit; dapegen recitiert sie lange b-ebete oder Bibelstellen ganz korrekt. Nachsprechen: vollkommen korrekt, nur gelegentlich, wenn sie das Wort nicht gut gehört hat, bezüglich einzelner Buchstaben oder Silben desselben etwas mangelhaft. Das Nachsprechen erfolgt nicht in der Weise automatisch, wie dies den Fällen mit Echolalie entspricht, sondern dann, wenn es gelingt, der Kranken verständlich zu machen, dass sie nachsprechen soll, in bewusster Weise; ausser dieser Form des beabsichtigten Nachsprecliens kommt es aber oft vor, dass die Kranke ein oder das andere oder auch zwei von ihr gehörte, aber nicht verstandene, Worte in Frage- form mit korrekter Umstellung des betreffenden Wortes wiedei-holt. S ch r ift vers tändni s, das früher teilweise vorhanden gewesen, fehlt vollständig, eberso das Schreiben. Es kann nach den in der Einleitung niedergelegten Ausführungen keinem Zweifel unterliegen, dass es sich um eine transcorticale senso-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21294367_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


