Die Erkrankungen der Schilddrüse : Myxödem und Cretinismus / von C.A. Ewald.
- Carl Anton Ewald
- Date:
- 1896
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Credit: Die Erkrankungen der Schilddrüse : Myxödem und Cretinismus / von C.A. Ewald. Source: Wellcome Collection.
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![Eintritt der Regel anschwoll, so dass man die Hypertrophie durch sorgsame Messungen constatiren konnte. Zu gleicher Zeit turgescirten auch die Brüste. Alle Autoren theilen als Curiosum mit, dass Meckel die Thyreoidea für eine Wiederholung des Uterus am Halse ansah und dass die Alten eine Art Sympathie zwischen der Schilddrüse und den Geschlechtsorganen bestehen Hessen, wobei nur zu verwundern ist, dass sich diese Beziehungen nur bei den Frauen finden, während die Männer doch auch Schilddrüsen haben. Man hat aber noch nie gehört, dass beim Mann nach dem ersten Coitus oder überhaupt nach dem geschlechtlichen Verkehr die Schild- drüse angeschwollen wäre, obschon bei Frauen dies Verhalten angeblich ein so eonstantes ist, dass schon bei den römischen Schriftstellern sich darauf zielende Stellen finden und noch heute eifrige Mütter in manchen südlichen Ländern vor und nach der Hochzeitsnacht den Hals der jungen Ehefrau messen. Dass die Thyreoidea während der Menstruation anschwellen kann, lässt sich aus dem allgemeinen Gefassturgor begreifen, und ebenso ist es mit der Anschwellung während der Schwangerschaft, die nach der Entbindung verschwindet. Für gewöhnlich ist diese Vergrösserung eine geringe und entstellt höchstens in etwas den schlanken Hals ihrer Trägerin, zuweilen aber kommt es zu einer Entzündung, selbst zur Eiterung, und die Hyper- trophie kann so stark werden, dass durch die Compression der Trachea oder der Recurrenten Suffbeationserscheinungen zu Stande kommen, die selbst eine frühzeitige Entbindung benöthigen (Guillant und Cazeaux). Wir kommen nun zu den Ansichten, welche man sich über die activen Leistungen der Schilddrüse gebildet hat. Schon Morgagni vermuthete, dass die Schilddrüse eine eiweiss- artige Substanz absondere. King zeigte bereits im Jahre 1835, dass durch Druck auf die Drüsenlappen der Inhalt der Acini in die peripheren Lymph- bahnen getrieben wird, und Berthelot hat das Blut der Carotis mit dem Blute der Venae thyreoideae und der Vena jugularis interna verglichen, wonach das Blut der Vene etwas Wasser und Eiweiss verliert und an Fibrin und Globulin reicher wird; indessen sind die Unterschiede, welche er gefunden hat, nämlich für Albumin 9*72 gegen 8*25, für das Globulin (?) [globules]*) 6*87 gegen 8*81 und für das Fibrin (K)5 gegen 0-33, so geringfügig, dass sich daraus keine Schlüsse herleiten lassen. Jedenfalls werden in der Drüse die schon erwähnten Colloidsubstanzen gebildet, die sich sowohl in den periacinösen Lymphbahnen als auch in den Acinis selbst finden. Nach Babes secernirt das Epithel der Acini, spaltet das Colloid aus dem Blute ab und führt es durch die Lymphbahn der Circulation wieder zu. Schon 182G wurde dasselbe von Babington für eine albuminöse Substanz angesprochen, und Gorup-Besanez wies die Löslichkeit des- D Citirt nach Marchant (1. e.). Die Originalstelle war mir nicht zugänglich. E.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28103531_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


