Die Fractur des Processus coronoideus der Ulna : ein Beitrag zu der Lehre von den Knochenbrüchen / von Dr Lotzbeck.
- Lotzbeck, C.
- Date:
- 1865
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Fractur des Processus coronoideus der Ulna : ein Beitrag zu der Lehre von den Knochenbrüchen / von Dr Lotzbeck. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
155/158 page 149
![i abgesprengten Kronenfortsatz durch feste Substanz mit der vorderen : Seite der Ulna vereinigt fand. [Ravoth (1. c.) erwähnt eines Falles, bei welchem die Section Bruch des Processus coronoideus zugleich mit Bruch des Radius zeigte, i ohne jedoch etwas weiteres über diesen Befund beizufügen.] Abgesehen von dem eben erwähnten Falle, bei welchem mir I die Obduction zweifellos eine knöcherne Vereinigung des abgetrennten j Fortsatzes nach wies, sehe ich überhaupt nicht ein, warum für alle | Fälle und einstimmig die Unmöglichkeit einer knöchernen Ver- i| einigung in Abrede gestellt wird und halte dieselbe wenigstens für i; gewisse Fälle für möglich — vorausgesetzt, dass das Heilbestreben i der Natur untersttizt und die Fractur unter die eine knöcherne ' Vereinigung begünstigenden Bedingungen, denen vornehmlich durch i den Verband in gebogener Richtung entsprochen ist, gebracht wird. Als zur knöchernen Verbindung disponirend, halte ich jene Fälle, bei welchen die Continuitätstrennung bei jugendlichen Indivi- i duen in der Verknöcherungslinie zwischen Epiphyse und Diapbyse stattgefunden hat, bevor die Verknöcherung noch vollendet ist; hiebei j besteht an imd für sich noch die Neigung zu Knochenbildung. 1 Ferner diejenigen Fälle, bei welchen Muscel- und Kapseltheile in grösserem Maassstabe erhalten gebheben sind und Träger für die die Ernährung des Fortsatzes besorgenden Gefässe abgeben, wodurch die Gefahr eines von Cooper etc, gefürchteten Nichternährtwerdens vollkommen beseitigt ist. Während wir die Möglichkeiten, welche zu einer knöchernen Wiedervereinigung disponiren erwähnt haben, können auch Fälle Vorkommen, in welchen eine solche höchst unwahrscheinlich, ja selbst unmöglich geworden ist. Als solche wären Brüche des Processus coronoideus im hohen Alter namhaft zu machen, in welchem über- haupt die Reproductionskraft im Knochen in den Hintergrund ge- treten ist und nur in seltenen Ausnahrasfällen knöcherne Wieder- vereinigung zu Stande kommt. Ferner sind solche Fälle hieher zu rechnen, in welchen nur ein kleiner Theil des Fortsatzes (Rand, Kante u. s. w.) abgebiochen ist, welcher dann allerdings aus der Ernährung getreten ist und gleichsam als Fremdkörper wirkt, in ähnlicher Weise wie Absprengungen von knorpeligen und knöchernen Theilen an der Hüftgelenkpfanne, am Kniegelenke etc., welche den i Anlass zu Gelenkmäusen geben können. (Beobachtungen in dieser I Richtung sind am Kronenfortsatze allerdings nicht gemacht worden,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2235315x_0157.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


