Pathologische Anatomie der weiblichen Sexualorgane / von Jul. M. Klob.
- Klob, Julius Martin, 1831-1879.
- Date:
- 1864
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Credit: Pathologische Anatomie der weiblichen Sexualorgane / von Jul. M. Klob. Source: Wellcome Collection.
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![so Genitalcanals mit dieser Kuppe selbst fixiren, welcher letzteren nach unten zu als Excavation der Fornix vaginae entspricht. Die runden Mutterbänder mit ihren ziemlich bedeutenden Muskelbündeln gestatten dem Uterus einigermassen ein freies Heben und Senken, und zugleich eine Annäherung des Uterusgrundes an die Symphyse der Schambeine, während dem sie jedoch einem bedeutenderen Ausweichen des Fundus nach rückwärts einigen Widerstand entgegenzusetzen im Stande sind. Da aber die runden Mutterbänder in einem nach aussen und vorne convexen Bogen verlaufen, so kann der Uterus insolange Lagenver- änderungen eingehen, ohne die ersteren zu zerren, bis eben der er- wähnte Bogen gestreckt ist; auch wird eine Zerrung der runden Mut- terbänder gewiss um so leichter ertragen, als dieselben sich auch nach abwärts in Weichtheile (Fettpolster der Schamlippen) verlieren. Dessen- ungeachtet halte ich es aber für vollkommen richtig, dass die runden Mutterbänder einiges zur Befestigung des Uterus beitragen, und nicht als die blossen Reste der Gubernacula Hunteri zu betrachten sind, Man könnte nun zwar die Vermuthung aufstellen, dass gerade die runden Mutterbänder nur in so lange ein Befestigungsmittel für den Uterus abgeben, als dieselben nicht irgendwie ausgedehnt, und dadurch weniger widerstandsfähig geworden sind. Wenn nun aber auch die runden Mutterbänder durch das Heraufsteigen des schwangeren Uterus um ein Bedeutendes gezerrt werden, so erreichen sie doch nach dem Puerperium zugleich mit der Vollendung der Involution des Uterus auch wieder ihre frühere Länge und Resistenz, und ich glaube nicht, dass die Möglichkeit einer Zerrung nach einmal Uberstandener Schwan- gerschaft um so vieles erleichtert, also der Widerstand, den diese Bänder früher gewissen Lagenveränderungen entgegensetzen konnten, nunmehr so ganz aufgehoben sein sollte. Das Peritoneum des Uterus wird eigentlich durch eine quer in der Beckenhöhle von rechts nach links ausgespannte, auf den Becken- ausgang senkrecht stehende Falte gebildet, in welche der Uterus von unten her eingeschoben ist. Das Bauchfell tritt von der hinteren Fläche der Harnblase (und zwar tiefstens entsprechend der Basis des Trigonums [Langer]) etwa in der Höhe jener Stelle an die Gebär- mutter heran, wo der Körper der letzteren sich gegen den Hals ab- grenzt, somit an jener Stelle, welche genau dem Orificium uteri internum entspricht; von da überzieht das Peritoneum, indem dasselbe an der Vorderfläche des Uterus heraufsteigt, nachdem es sich über den Grund desselben hinübergeschlagen hat, auch seine hintere Fläche, reicht aber daselbst um ein so bedeutendes tiefer herab, dass es nicht nur die Hinterfläche des Cervix, sondern in manchen Fällen selbst jenen Theil der hinteren Vaginalwand überzieht, welcher das hintere](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21062092_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)