Griechische Märchen, Sagen und Volkslieder / gesammelt, übersetzt und erläutert von Bernhard Schmidt.
- Date:
- 1877
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Credit: Griechische Märchen, Sagen und Volkslieder / gesammelt, übersetzt und erläutert von Bernhard Schmidt. Source: Wellcome Collection.
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![17. Dieses Lied ist bestimmt bei oder unmittelbar vor Darbringung der Külyba, d. i. der Todtenopfer (über welche ich im 8. Theile mei- nes Buches Ober das Volksleben der Neugriechen ausführlich zu han- deln gedenke, vorläufig vergleiche man S. 55 ff. des 1. Theiles), vor- getragen zu werden. Und zwar gilt es allem Anscheine nach einem verstorbenen Handwerksmeister, da die Wittwe V. 1 mit dem Wort jLiacTÖpicca angeredet wird. V. ]. cuvTdxxr|K€C: cuvTd2o|uai (d. i. cuvTdcco|uai) muss hier und f)8, 5 bedeuten: Vorbereitungen oder Anstalten treffen, sich anschicken, und dergleichen. Korais AxaKva II, S. 420 erklär-t cuvxdccogai durch cunqnuvü). Du Gange S. 1487 f. führt Stellen an, wo es so viel als vale, dicere ist. Beide Bedeutungen hat dieses Verb bekanntlich schon in der alten S^irache, aber keine derselben passt hier, eben so wenig 68, 5. — vct qpxidcT;ic xi’jv dirXdöa, d. i. die Schüssel zurecht zu machen, nämlich die Schüssel, in welcher die Kolyba pfiegen dargebracht zu werden. V. 2. Kdxce für KdOice. Ebenso 59, 50. — coucou|uia, auch 57, 18 und 22; 67, 8 (wo zugleich auch das davon abgeleitete Verb coucou- pidZiu vorkommt) und 68, 14, d. i. Zeichen, charakteristische Merkmale, offenbar entstanden aus cOccriiaa (durch das Medium einer Deminutiv- form cuccfipiov). V. 3. pepexdpei, vom ital. meritare. V. 4. 60o V ^\r)aic. Der im Auslaut sehr schwach tönende und daher so häufig ganz abgeworfene Buchstab v pfiegt vor Vocalen, wenig- stens bei nahe zusammengehörigen Wörtern, wieder deutlich hervorzutre- ten, z. B. xp OdXacca, dagegen xpv dXfjOeia. Dies hat zur Folge, dass das Volk öfters zur Vermeidung des Hiatus auch da ein v hören lässt, wo es grammatisch nicht berechtigt ist. So an unsrer Stelle. V. 6. öpopcpiaic für eüpopqpiaic. V. 7. xoö ßev^xiKOU. Die venetianischen Aepfel sind in Griechen- land besonders geschätzt. V. 8—9. Der Vergleich eines schönen Mannes mit Gans und Ente dünkt unsrem Geschmacke freilich komisch, erscheint dagegen dem griechischen Volke durchaus würdig, daher Aehuliches mehrfach in seinen Liedern vorkommt. V. 9. direpTrdxouve (für ^uepmdxouve), seltenere Imperfectform statt der gewöhnlicheren direpirdxie und eTrepiraxoOce. So z. B. auch ^piXouva neben ^piXia und fpiXouca auf Zakynthos. Vgl. auch 29, 13. - 36, 5. — cdp für cdv vor folgendem ir. — dvaiKuOöxou für dvaiKaOö- xouv (1. P. Imperf. dvaiKaOöpouv). 18. V. 1. trpiKoO für TTiKpoO. Vgl. 20, 14 das Compositum TTpiKoxd- povxac. V. 4. Ueber cu^upiZiopai vgl. Korais ''AxaKxa IV, 2, S. 564. — Kpoucdijir) für Koupcdipr). Schmidt, (iriech. Märchen, Sagen u Volkslieder. 17](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24873329_0263.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


