Griechische Märchen, Sagen und Volkslieder / gesammelt, übersetzt und erläutert von Bernhard Schmidt.
- Date:
- 1877
Licence: Public Domain Mark
Credit: Griechische Märchen, Sagen und Volkslieder / gesammelt, übersetzt und erläutert von Bernhard Schmidt. Source: Wellcome Collection.
36/296 page 30
![Nachkommen nun als I’ilger hierher kämen und die allen Steine anbeteten.') Auf einem steilen Hügel nördlich von Lixouri auf Ke- phalonia, welcher TTaXaiÖKacxpo heisst und wo man die alte Stadt Pale ansetzt, liegt ein mächtiger Felsblock mit einem in seine Oberfläche eingehauenen Grabe, welchen das Volk ToO ßaciXÖTTOuXou TÖ gvfjiia, das Grab des Königssohnes, nennt: aber etwas Näheres über die zu Grunde liegende Sage in Erfahrung zu bringen gelang mir nicht. — In Kalabryta, einem kleinen Städtchen des arkadischen Hochlandes, befindet sich am östlichen Ende des Burgfelsens eine schroffe Fels- platte, welche ^die Platte der Königstochter’, rfic ßaciXoKOu- Xac f] TrXdKa, genannt wird, von wo nach der Sage ein vor- nehmes Fräulein dem Kommen des Geliebten entgegensah und, als derselbe nicht erschien, sich in den Tod stürzte.^) — In der Nähe der Ruinen von Phigaleia und des heutigen Dorfes Paulitsa heissen die üeberreste eines alten Grabmals 'das Grab der Königstochter’, ö xdqpoc xpc ßaciXorrouXac; ^) die Trümmer der beiden Tempel bei Rhamnus in Attika wer- den von den Bewohnern der Umgegend 'die Königstochter’, f] ßaciXoTToOXa, genannt.^) Auch auf dem Isthmos von Korinth haftet eine Sage von einem Königssohne, der hier, und von einer Königin, die in dem westwärts davon gelegenen Trik- kala regiert haben soll, aber auch sie ist nicht näher be- kannt.^) Dagegen wurde dem Franzosen Heuzey von den Bauern in der Umgegend von Trikardökastro, d. i. der alten Stadt Oiuiadae am Acheloos, eine interessante Sage dieser Art mit- getheilt. Hiernach Avohnte daselbst vor Zeiten ein Prinz von grosser Schönheit. Das seltsame Geschick, zu welchem er veruHheilt war, hatte ihm den Namen Anilios (’AvpXioc), d. i. ') Ulrichs Reisen und Forschungen in Griechenl. I, S. 1-23 f. und S. 128, Anm. 32. 2) Ross Griech. Königsreisen I, S. 175. Wyse An Excursion in the Pelopounesus II, S. 19, der ßaciXo- irodXric gibt, was Hellenisiruiig ist. ■*) Ross Erinuer. u. klittlieil. a. Griechenl. S. 193, welcher vergeb- lich nach einer Sage zur Erklärung dieses Namens forschte, die aber denn doch vorhanden sein wird. Ludwig Steub Bilder aus Griechenland, Tbeil 1 (Leipzig 1841), S. 175, der gleichfalls trotz aller Bemühungen nichts Genaueres darüber zu erfahren vermochte.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24873329_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


