Kriselæren i oldtidens Medicin : historisk-patologisk Studie / Jul. Wiberg.
- Julius Wiberg
- Date:
- 1916
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Credit: Kriselæren i oldtidens Medicin : historisk-patologisk Studie / Jul. Wiberg. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![/ Metalle in ihren wesentliclien oder nur in ihren akzidentellen Eigenschaften unter- scheiden, ob sie also verschiedenen Gattungen angelidren oder nicht. Nur in letzterem Fali war die kiinstliche Erzeugung eines Metalles aus anderen moglich. Erst die letzte Zeit hat eine endgiiltige Entscheidung gebracht. Auf einem an¬ deren Gedankengang, namlich dem, dafi die unedlen Metalle erkrankte edle seien, beruht das Bestreben, ein Elixier zu linden, das, in kleinen Mengen den unedlen zugesetzt, diese von ihren Krankheiten befreien wiirde. Der Auffindung dieses Elixiers ist spater ein Hauptteil der Arbeit der Alchemisten gewidmet (vgl. hiezu E. Wiedemann, Zschr. fur angewandte Chemie 34, No. 83 und 84. 1921 und Beitr. LXIII und Journ. f. prakt. Chemie [2] 76, 65 und 105. 1907). Da flir die Untersuchungen der Alchemisten die theoretische Grundlage und entsprechende Richtlinien fehlten, so trat das wissenschaftliche Interesse, wenn es liberhaupt vorhanden war, ganz anders in den Hintergrund als in der Astrologie. Da aber die Versuche mit den wohl zunachst herangezogenen anorganischen Substanzen nicht zu dem erwiinschten Ziele fiihrten, wurden sie in wiistester Weise mit organischen und organisierten Korpern ausgefuhrt. Wie weit man dabei ging, zeigt, dafi ein so bedeutender Mann wie Tugrå’i ein Elixier her- stellen wollte, indem er in bestimmter Weise gefiitterte Wiirmer, die sich dann • • z. TI. auffrafien und zuletzt mit 01 verrieben wurden, verkohlte. Noch eines wirkte auf die Entwickelung der Alchemie ungiinstig ein. Zu den wissenschaft- lichen Arbeiten auf astrologischem Gebiet waren genaue Untersuchungen auf astronomischem Gebiet erforderlich, und zwar z. TI. mit Instrumenten, die nur auf Sternwarten zu linden waren; dagegen konnten alchemistische Versuche von den Adepten mit ein Paar Retorten, Tiegeln u. s. w. an jedem Ort ausgefuhrt werden. In der Astrologie war daher der Natur der Sache nach der Schwindel auf eine kleinere Zahl von Charlatanen beschrånkt, wahrend bei den Alchemisten sich gerade diese in hohem MaBe geltend machten und aus der Leichtglaubigkeit und Goldgier der Menschen Nutzen zogen. Von den verschiedensten Schrift- steilern wird teils uber ihre Betriigereien geklagt, teils werden besonders bezeich- nende Beispiele flir ihre KnifFe erzahlt und dabei die Betrogenen verspottet. Solche Erscheinungen trugen gewiff wesentlich dazu bei, die Achtung vor den Alchemisten herunterzusetzen2). Sie bedingten, vereint mit den vielen MiBerfolgen, dab die biographischen Werke (auber dem Fihrist) nur sehr wenige Alchemisten und ihre Schriften erwahnen, es sei denn, dab sie sich etwa auch noch als Arzte, Dichter u. s. w. betatigt hatten, wahrend in denselben Werken sich Angaben uber das Leben einer groben Anzahl von Astronomen, Astrologen und Mathe- matikern linden. Da, wie erwåhnt, den damaligen Chemikern die wissenschaftliche Grund¬ lage fehlte, so lief ihre Arbeit auf ein Herumprobieren hinaus, wobei die ver- sehiedensten Stoffe systematisch den mannigfaltigsten Behandlungen unterworfen 2) So sagt al Qazwini (2, 98): „In Alexandria war ein Amphitheater, åhnlich Stufen, auf ilmen safien die Crelehrten nach ihrem Rang; am tiefsten stand an Wissenschaft der, der die Kim i ja betrieb, sein Ort war auf der tiefsten Stilfe. “ S. auch w. u.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b30621550_0060.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)