Volume 1
Die Krankheiten des weiblichen Geschlechtes : vom klinischen, pathologischen und therapeutischen Standpunkte aus dargestellt / von Hermann Beigel.
- Beigel Hermann, 1830-1879.
- Date:
- 1874-1875
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Credit: Die Krankheiten des weiblichen Geschlechtes : vom klinischen, pathologischen und therapeutischen Standpunkte aus dargestellt / von Hermann Beigel. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
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![Vorwort. Der Umschwimg; welcher sich in jüngster Zeit in den Natur- wissenschaften vollzogen und diese ruhmgekrönt von Sieg zu Sieg ge- führt hat, konnte an der medicinischen Wissenschaft, als Zweig der Naturforschung, unmöglich spurlos vorübergehen. Die mechanische Auffassung hat auch in der Biologie den Weg in einer heilsamen Weise geebnet und der Phrase eine Niederlage bereitet, nach welcher es ihr wohl schwerlich wieder gelingen wird, in der Arena der Wissen- schaft mit Ausfiicht auf Erfolg zu debutiren. In der jVIedicin hat sich dieser Einüuss bis in ihr letztes, wichtigstes Ziel, die Therapie, geltend gemacht; die alten nebulösen Vorstellungen sind nur noch in den Köpfen arbeitssclieuer Therapeuten hängen ge- blieben, während im Allgemeinen die Vorgänge im thierischen Körper, seien sie physiologisch, pathologisch oder therapeutisch, in dem Ver- hältnisse von jUrsache und Wirkung aufgefasst werden. Auf einer solchen Basis lässt sich sicher fortbauen. In der Gynäkologie, namentlich des Continents, verschafft sich diese Erkenntniss, trotz der Anregung, welche uns von England und Amerika aus geworden, merkwürdigerweise nur langsam Eingang, doch dürfen wir, trotz]Alledem,>it Genugthuung auf die Resultate blicken, welche unter dem Einflüsse der mechanischen Anschauungen gewonnen worden sind. Krankheiten, denen wir noch vor wenigen Jahren macht- los gegenübergestanden haben, bekämpfen wir heute erfolgreich, Leiden welche allen internen Mittel mit Beharrlichkeit Trotz geboten, weichen heute vor unsern mechanischen Eingriff'en zurück und die letzteren sind es, welche der gynäkologischen Medicin eine Bedeutung beilegen, auf welche sie vor noch wenigen Jahren durchaus keinen Anspruch hatte, eme Bedeutung, welche um so grösser und wichtiger erscheint, als die gynäkologischen Fälle ein sehr beträchtliches Coutingent für die tagliche Beschäftigung des praktischen Arztes stellen. Seinen Be- durfmssen zu genügen, ihn mit den diagnostischen Methoden, wie sie ich in der neuesten Zeit so zweckmässig gestaltet, vertraut zu machen und mit den therapeutischen Manipulationen, wie sie sich auf Grundlage](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716936_0002_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)