Volume 1
Die Krankheiten des weiblichen Geschlechtes : vom klinischen, pathologischen und therapeutischen Standpunkte aus dargestellt / von Hermann Beigel.
- Beigel Hermann, 1830-1879.
- Date:
- 1874-1875
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Credit: Die Krankheiten des weiblichen Geschlechtes : vom klinischen, pathologischen und therapeutischen Standpunkte aus dargestellt / von Hermann Beigel. Source: Wellcome Collection.
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![das Leben der Patientin in einer ganz ausserordentlichen Weise lästig werden lassen, hieher gehören, bedarf wohl kaum noch der Erwähnung. Endlich müssen wir noch unter den vornehmlichsteu Krankheiten, welche namentlich die dritte Periode des Weibes auszeichnen, der Ovarialerkrankungen, Erwähnung thun. Es sind das namentlich jene Degenerationen der Eierstöcke, welche als Sarcome und als Cysten der verschiedensten Art bekannt sind. Sie werden selbstverständlich der Gegenstand ausführlicher Betrachtung werden, und wir heben sie hier nur darum besonders hervor, weil sie es ja waren, welche der gynäkologischen Chirurgie der Gegenwart zu den herrlichsten Triumphen verhelfen haben, welche die Medizin je gefeiert hat. Ausserdem spielen in Folge der pathologischen Veränderungen, welche vorangegangene Geburten in den Generationsorganen schaffen können, die Metrorrhagie und Menorrhagie, sowie zuweilen auf geringe Veranlassungen sich einstellende Metritiden und Perimetritiden in dieser Periode eine wichtige Rolle. Neben anderen Reflexerscheinungen im Nerven - Apparate könnten wir noch desjenigen Symptomencomplexes Erwähnung thun, welcher gewöhnlich mit dem Namen der „Hysterie belegt wird. Da wir jedoch in der Auffassung dieses Symptomencomplexes von der bisher-' üblichen abweichen, verweisen wir auf den diesen Gegenstand behandelnden Abschnitt. Mit der retrograden Entwicklung des Geschlechtsapparates, welche durch die klimakterische Zeit eingeleitet wird und welche, wie bereits bemerkt, etwa in die Mitte der vierziger Jahre fällt (zwischen dem 45. und 50.), stellen sich durch das Ausbleiben der Menstruation häufig Congestionen nach dem Gehirn, nach den Lungen, dem Magen und nach dem Uterus ein. In letzterer Beziehung ist es zweifelhaft, ob nicht viele von den Fällen, welche als das sehr späte Auftreten der Menstruation beschrieben worden sind, als pathologische Blutflüsse in Folge derartiger Congestionen oder anderer Veranlassungen be- trachtet werden müssen. Frühere Autoren haben dem Eintritte der klimak- terischen Periode eine besondere Gefährlichkeit beigelegt. Genauere Unter- suchungen haben jedoch dargethan, dass diese Annahme eine durchaus un- richtige sei, und dass die Sterblichkeit unter den Frauen in dieser Lebensperiode durchaus nicht grösser als in den früheren ist.^) Schliesslich müssen wir noch im Allgemeinen bemerken, dass unter den Einflüssen, welche krankmachend auf das weihliche Geschlecht wirken, die Beschaffenheit der Kleidung, namentlich in den ersten Lebensperioden, keine unbedeutende Rolle spielt. Die Ausbildung der sogenannten Schnürleber ist ebenso bekannt, als die Resultate, welche dieselbe auf die Circulation über- haupt und auf die Blutbewegung im Geschlechtsapparate insbesondere übt. 1) Ueber die Sterblichkeit der Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren Von Benoiston de Chateauneuf. Paris. 1823 und Dr. Geist's Klinik der Greisenkrank- heiten. Erlangen. 1860. Pag. 152. Beige], Die Krankheiten des weiblichen Geschlechts. 2](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21716936_0002_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)