Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert.
- Date:
- 1902
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Credit: Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert. Source: Wellcome Collection.
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![ringert sich ihre Rundung durch Zusammenpressung von vorn6; zusammengedrückt ist sie, damit in ihr die Abbildung reichlicher63 an Maass sei, und damit die kleinen Seh-Gegenstände einen grossen Abschnitt finden, in dem sie sich abbilden. Und ihre Hinterfläche ist deshalb ein wenig zusammengezogen, damit ihre Bedeckung gut sei in den Körpern, die sie aufnehmen7: und diese (letzteren) sind ausgehöhlt und nach der Zusammenziehung erweitert, dass sie (den Krystall) auch gut aufnehmen. Diese (Krystall-)Feuchtigkeit ist in die Mitte des Auges gestellt, weil dies, in Beziehung auf Schutz, der sicherste Ort ist. Hinter ihr befindet sich eine andre Feuchtigkeit, welche vom Gehirn zu ihr herabgelangt, um sie zu ernähren; denn zwischen der ersteren und dem reinen Blut bildet die letztere (gewissermaassen) eine Mittelstufe.8 Diese letztgenannte Feuch- tigkeit ähnelt dem geschmolzenen Glase.9 Die Farbe (dieses) geschmolzenen Glases ist klar, neigt aber zu einem schwachen Roth10 hin. Klar ist sie, da sie Klares (den Krystall) zu er- nähren hat; einen Anflug von Roth hat sie, da sie aus der Substanz des Blutes herstammt. Und sie wird nicht vollständig ähnlich dem, was rein11 (d. h. ohne Blut) ernährt wird. Und diese (Glas-)Feuchtigkeit liegt hinter jener (krystallenen), weil sie die Sendung des Gehirns zu jener, vermittelt durch die Netz- haut, darstellt: darum ist es nöthig, dass der (Glaskörper) dem (Krystall) benachbart sei. Und diese Feuchtigkeit überragt die von der Hinterfläche (gebildete) Hälfte des Krystalls bis zu dessen grösstem Kreise (Aequator). Vor dem (Krystall) befindet sich eine dritte Feuchtigkeit, ähnlich dem Eiweiss12, und so, nämlich die eiweiss-artige, 6 Galen, a. a. 0., X, c. 6. 6a Andre Lesart: passend u. s. w. 7 Galen, a. a. 0. ede^cn' av. 8 Galen, c. 1. to vaXoeideg, öaco nnxvzeqov xal levxöieqov aipaiog, toqovtov xov xgvoicülosidovg dnoXsinöfiBvop vyQÖzi]iL ze xal (pavözrjzi. 9 Galen, c. 1. loaneq zig vnlog vnb &6Q[iov xexvfisvr], 10 Ibn Sina: „neigt aber etwas nach Eoth hin. Galen, c. 1, etwas anders: öUyov [xeXavog XsvxcÖ nolla xQa&evzog. 11 Galen, c. 1. xazn diädodiv TQecpeiai, durch Uebertragung(Endosmose) wird sie ernährt. 12 vyQOv Xetitöv, v. aosideg, Galen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176814_0026.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)