Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert.
- Date:
- 1902
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Credit: Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert. Source: Wellcome Collection.
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![feinen Schichten29 zusammengesetzt, die mit übereinander ge- legten Schalen zu vergleichen sind, damit, wenn eine von ihnen abgeschält wird, nicht {gleich) ein allgemeiner Schaden eintritt30, zumal in dem Theil der Haut, welcher dem Sehloch gegenüber liegt, da diese Stelle am meisten des Schirms und Schutzes bedarf. Die dritte Haut mischt sich mit den Muskeln der Bewegung des Auges31 und ist ganz von weissem und festem Fleisch durch- wachsen, um das Auge und das Lid weich zu betten und um ihre Vertrocknung zu verhindern. Diese Haut wird in ihrer GesammtL3it Bindehaut32 genannt. Die den Augapfel be- wegenden Muskeln haben wir schon in der Anatomie erwähnt.33 Die Wimperhaare sind dazu geschaffen, um abzuweisen, was gegen das Auge fliegt, und was gegen dasselbe vom Kopf herabfällt; und um das Licht zu mildern durch ihre Schwärze.34 Ihre Wurzel steckt in einer Art von Haut, die einem Knorpel35 ähnlich ist, damit jene darauf einen festen Halt finden, und nicht herabsinken wegen Nachgiebigkeit des Einpflanzungs-Ortes; und damit der Muskel, welcher das Auge eröffnet, einen Stütz- punkt gewinne, wie an einem Knochen, so dass seine Function gut von Statten geht. Die Theile des Lids sind: die Decke, dann eine Schicht der Bindehaut, dann sein Fett, danach seine Muskeln36, hierauf die hinterste Schicht. So ist es am oberen Lid. Dem unteren fehlt der Muskel. Und der Ort, bei dessen 29 Schon bei Rufus (?, S. 171), xxrjööveg. Aetios (c. 31, S. 60): avv- ecnrjue yaQ 6 xEQaioeidrjg in TenäQCov olov vfievcodwv acofiäicop. 30 Im Arabischen steht noch: [Einzelne behaupten, dass es drei Schichten sind.] Dies ist, als Rand-Bemerkung, wieder aus dem Text zu entfernen. In den latein. Uebersetzungen (Basil., Venet.) fehlt dieses Ein- schiebsel, das übrigens an späterer Stelle noch einmal wiederkehrt. 31 Arabisch steht hier Pupille für Auge. 32 Galen, c. 7, negiöaTiog vfirjv, an andren Stellen auch snmecpvxcüg (B. XII, S. 711); bei Rufus snidBQiüg. Arabisch multahim, sich vereinigend, conjunctiva. 33 Lib. 1, Fan 1, Doctr. 5, Summ. 2, c. 4. 34 Im arab. Text [da die Schwärze das Licht des Blicks sammelt] scheint eine Rand-Bemerkung zu sein. 35 Galen, c. 7. 36 Galen, c. 10.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176814_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)