Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert.
- Date:
- 1902
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Credit: Die Augenheilkunde des Ibn Sina / aus dem Arabischen übers. und erläutert von J. Hirschberg und J. Lippert. Source: Wellcome Collection.
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![Wege der äusseren Arterien zum Auge gelangt.7 Wenn man nun die Absicht hat, diese Arterien einzuschneiden; so muss man zunächst das Kopfhaar abrasiren und darauf beurtheilen, welche von allen jenen kleinen Arterien noch die grösste, am stärksten pulsirencl und die heisseste ist: diese schneide man ein. Gelegentlich gelangt man zu ihrer vollständigen Ex- stirpation, wenn sie zu denen gehört, die für gewöhnlich incidirt werden, das sind die kleinen und nicht die grossen. Bisweilen wird jene (Arterie) eingeschnitten, welche auf den Schläfen verläuft; dann ist es nothwendig, dass man sie zu- vörderst unterbinde und dann erst durchschneide, nachdem man, wie schon erwähnt, die Wahl dahin getroffen hat, dass dasjenige Blutgefäss, welches ausgeschnitten wird, das dickste unter den kleinen und das heisseste unter denselben sei. Vor der Durch- schneidung muss man den unteren Theil (des Blutgefässes) mit einem Seidenfaden umschnüren zu einer kräftigen und langen Unterbindung. Den Faden lässt man liegen, dann schneidet man oberhalb desselben ein. Wenn es zur Gangrän kommt, so ist es rathsam die Liga- tur zu entfernen.8 Die letztere ist überhaupt nothwendig bei einer (schon etwas) grösseren (Arterie); bei einer kleinen aber genügt es, tiefe Einschnitte zu machen, bis alles, was vom Blute darin ist, herausfliesst. — Der Nutzen dieses (Verfahrens) gleicht dem Schröpfen am Nacken und dem Ansetzen von Blutegeln an die Stirn. — 7 Dies entspricht ganz genau der berühmten Stelle aus Galen's Heil-System (XIII, c. 22, B. X, S. 940): dioouovieg wc . . . p/d' inioqeiv . . . zu e^co&ef äyyein . . . %qi) de %vqovvw zi]p xecpalrjv em^ielcög cinzedirai züjv onlaco xal xa&' exäzsoop ovg aqzrjonov xal zcov bv fiezcono) xal (xaioT) zovg xqozäcpovg. ucrat <5' avzcov xreqfiözeqal aoi cpalvovzai zcov ullcov xal {lullov aqv^eiv, exelvag ze\iveiv öcrai de fiuxqai ze etat xal vnb zcp deqfxazt, xav jxeqog avzcov txie/uvflg . . . üfxeivov eqyäo~>i si de ... cpalvoizö ctol fxeya zb üyyetov . . . , (icrcpaXecTzeqov avzco ßqö%ov neqißäXlovza nqözeqov ovzcog ix- xönzeiv ih fieza^v. (Vgl. Paul. Aeg. VII, c. 4 neql uqzrjqiozofj,iag). Obwohl jedes Wort von Ibn Sina klar ist, wird der Sinn des Ganzen doch erst aus Galen genügend verständlich. Offenbar hat dem Araber seine Messer- scheu den grossen Wortreichthum abgenöthigt. 3 Hiervon spricht Galen nicht, er räth vielmehr aseptisches Ver- bandmaterial an {vir} dvcrcTrjTiTog).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21176814_0053.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)