Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesamte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery.
- Louis Lewin
- Date:
- 1905
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Credit: Die Wirkungen von Arzneimitteln und Giften auf das Auge : Handbuch für die gesamte ärztliche Praxis / von L. Lewin und H. Guillery. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![man nach dem Eindringen Tage lang verweilen, selbst nach Entfärbung des übrigen Auges. Auch aus dem Glaskörper dringen Stoffe in die Linse. Leider sind auch hier nur sehr wenige der Untersuchung unterworfen worden. Wir würden mancherlei wichtige Schlüsse auf Resorption and Verbreitung innerhalb der einzelnen Augengewebe machen können, wenn sehr viele, mit verschiedenartigen enclosmotischen Aequivalenten versehene Substanzen, die auch leicht nachweisbar sein müssten, in das Auge gebracht würden. Nach Injection von 1-—2 Tropfen einer lOproc. Ferrocyankalium- lösung in den Glaskörper und Einlegen in Eisenchlorid, fand sich nach 1—4 Stunden eine stetige Zunahme der Blaufärbung von hinten nach vorn. Starke Färbung erschien im Petit'schen Canal, schwache in der Linsensubstanz. Die Netzhaut war nach vorn gleichfalls gefärbt, die Chorioidea fast ungefärbt. Im Kammerwasser fanden sich nur Spuren. In der Gegend des Hornhautrandes war ein dunkelblauer Ring sichtbar. Ton da drang die Färbung in die Selcra bis zum Aequator1). 6. Der Glaskörper. Dass es Abflusswege für den Glaskörper giebt, wurde bereits er- wähnt. Der eine geht nach der vorderen Kammer, andere sind der Centralcanal und die perivasculären Räume der Centralgefässe, sowie der Intervaginalraum des Sehnerven. Der Uebertritt von Flüssigkeit aus dem Glaskörper, dessen Saft sauer reagirt, in die vordere Kammer, ist in den sehr engen Grenzen, in denen er sich vollzieht, ein echter Diffusionsvorgang, für dessen Zustandekommen nur Schwankungen im osmotischen Druck zwischen den beiderseitigen Flüssigkeiten maassgebend sind, wie sie im normalen und noch mehr im krankhaften Zustande in genügendem, bezw. übergrossem Umfange bestehen. Die Meinung, dass die durch Ferrocyankalium und Fluoresce'in erzeugten Färbungen keine Strömungen beweisen, weil sie auch am todten Auge auftreten2;, ist eine sehr irrige. Die Diffusionsbewegungen am todten Auge beruhen auf denselben Gesetzen, wie die am lebenden. Freies Pigment gelangt vom Glaskörper durch die Zonula, hintere Kamme]- und Pupille in die vordere Kammer, und von hier können Pig- mentkörnchen in die Iris und in die Endothelzellen der Hornhaut dringen, weniger in die Kittsubstanz. Der Rest wird durch die Fontana'schen Räume abgeführt2). Bringt man einen kleinen Tropfen einer Tusche- oder Z i nn o b e r- aufschwemmung in den Glaskörper eines Kaninchens (Albino), so sieht man vom nächsten Tage an die Körnchen sich am Boden der physio- logischen Excavation sammeln. Der Centralcanal des Sehnerven wird eine gefärbte Linie, welche mit den Gefässen den Opticus verlässt und sich einige Millimeter nach Junten in die Orbita verfolgen lässt. Die Körn- chen sind theils frei, theils in Bindegewebs- und Lymphzellen einge- schlossen. Ausserdem finden sie sich längs sämmtlicher kleinen Aeste, die nach der Aderhaut und weiter hinten nach der Sehnervenperipherie von den Centralgefässen abzweigen. Entlang den kleinen, den Opticus 1) Knies, Arch. f. path. Anatomie. Bd. LXV. S. 401. 2) Gifford, Arch. f. Augenheilk. Bd. XXVI. S. 308.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21286875_0037.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)