Klinische Studien über die Krankheiten der Retinalgefässe / von Ole Bull.
- Ole Bull
- Date:
- 1903
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Credit: Klinische Studien über die Krankheiten der Retinalgefässe / von Ole Bull. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![kann. Daher fürchtete er sich, weitere Schlußfolgerungen aus seinen Beobachtungen zu ziehen, als er verantworten zu können glaubte. Er zieht immer scharfe Grenzen zwischen dem, was er weiß, und dem, was er nicht weiß, und danach richtet er seine Untersuchung ein. Auf Frorieps Rat hatte er angefangen, die Phlebitis zu studieren, und die erste Frucht, die er von diesen Untersuchungen erntete, war, seinem eigenen Ausspruche nach, das Verständnis der Verhältnisse bei Verstopfung der Lungen- arterien. Dadurch wairde die alte Auffassung, nach welcher eine Aderentzündung immer als das Primäre bei einer Verstopfung der Gefäße zu betrachten war, umgestoßen. Nur eine Betrachtung ] war es, die es zweifelhaft machen konnte, ob primäre Pfropfe in den Lungenarterien wirklich von den Körperarterien anderswo stammen könnten, die nämlich, dail es sich nur schwer denken lasse, daß größere Pfropfe das Herz passieren könnten ohne Phänomene hervorzurufen, die jeder Kliniker deutlich wahrnehmen müßte. Daher begann er seine Experimente mit dem Einbringen fester Körperchen in die großen Venen, und diese Versuche hoben jeden Zweifel. Selbst in Fragen, für deren Beantwortung die Wissenschaft damals nicht die notwendigen Voraussetzungen gab, finden wir, daß ViRCHOW der Wahrheit so nahe kommt, wie es nur irgend möglich war. So z. B. wenn er von infizierenden Thromben spricht: „So viel, sagt er, „kann daher auch jetzt festgehalten werden, daß die infizierende Natur dieser Säfte, wie bei dem Rotz, dem Milz- brand, den Pocken, nicht an bestimmte morphologische Teile ge- ' bunden ist (rote und weiße Blutkörperchen), sowie daß sie nicht einfach, sondern spezifisch infizieren in der Art, daf's sie in dem infizierten Körper wieder ähnliche Erkrankungen hervorrufen. Selbstverständlich konnte er sich irren, wenn es sich darum handelte, die Symptome zu deuten; in allen zweifelhaften Fällen spricht er sich aber immer mit großer Vorsicht aus, indem er sich fürchtet, Schlüsse zu ziehen, die nicht völlig begründet sind. Auch von einem logischen Standpunkte aus betrachtet sind daher seine Abhandlungen als belehrende Lektüre von großem Werte.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21286656_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)