Die Entwickelung des menschlichen Gehirns : während der ersten Monate : Untersuchungsergebnisse / von Wilhelm His.
- Wilhelm His
- Date:
- 1904
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Credit: Die Entwickelung des menschlichen Gehirns : während der ersten Monate : Untersuchungsergebnisse / von Wilhelm His. Source: Wellcome Collection.
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![sind einige erläuternde Bemerkung-en vorauszuschicken. Gemäß den in früheren Arbeiten gemachten Angaben') habe ich bei Embryonen der vierten bis siebenten Woche die längste, von dem Beckenende zur Gegend über der Nackenkrümmung zu ziehende Linie, die sog. Nackenlinie, ^Nlj als nütz- lichstes Maß befunden und vorzugsweise benutzt. Wenn dann in der zweiten Hälfte des zweiten Monats der Kopf mehr und mehr sich hebt, wird die Bestimmung des oberen Endpunktes dieser Linie unsicher, und nun läßt sich zweckmäßigerweise eine Linie messen, die die untere Beckenwölbung mit dem höchstgelegenen Teil des Scheitels verbindet, die sog. Scheitelsteiß- länge (SSI). Das Maß kann bis zur Zeit der Geburt genommen werden. Immerhin ist es nicht unbedingt zuverlässig. Wird der Kopf etwas mehr gehoben oder gesenkt, so kann dies, besonders in späteren Stufen, einen nicht unerheblichen Unterschied in der Länge des Maßes ausmachen. Als ein nützliches und im allgemeinen recht zuverlässiges Kontrollmaß habe ich seit langem die Kopftiefe (Kt) mitbenutzt, die von der Mitte des zweiten Monats ab mit der Kopfhöhe (Kinn bis Scheitel] annähernd gleichwertig zu sein pflegt. Dies Maß (Kt) habe ich schon bei jüngeren Früchten brauch- bar befunden. Unzuverlässig wird es nur bei starker Erweichung des Gehirns oder bei gequetschten Präparaten. Ein mißlicher Umstand bei allen Messungen liegt darin, daß wir häufig genug die Früchte nicht frisch, son- dern in Alkohol oder sonstwie aufbewahrt bekommen. Solche Vorbehand- lung ändert die Maße mehr oder minder erheblich, und so sind auch die Maßangaben meiner Tabellen immer nur annäherungsweise unter sich ver- gleichbar. '-) Dazu kommt noch der keineswegs zu unterschätzende Betrag individueller Schwankungen. Noch unsicherer als mit den Messungen steht es mit den x4.1tersbestim- mungen der Früchte. In meiner Anatomie menschlicher Embryonen habe ich s. Z. für einige Embryonen der ersten zwei Monate, für die mir die Daten der Anamnese vorlagen, solche Bestimmungen aufzustellen gesucht. Es stellte sich dabei heraus, daß man bei einer größeren Zahl von Früchten das Alter auf die erste ausgebliebene, bei anderen aber auf die zuletzt stattgehabte Periode zu berechnen hat. Aus späterer Zeit besitze ich nur sehr vereinzelte Stücke mit anamnestischen Angaben. Es liegt nun nahe, sich an die Altersbestimmungen anderer Autoren zu halten, deren wir schon von SöMMEKiNG, von E. H. Webee, von Aenold und weiterhin von Eckee, ^) Anatomie menschl. Embryonen II. S. 5 ff. ■^) Die Behandlung der Embryonen mit Fixationsmitteln und weiterhin ihre Auf- bewahrung in Alkohol führen zu ziemlich bedeutenden Schrumpfungen. Um ein Bei- spiel anzuführen, so maß bei einem frisch dem Uterus entnommenen Embryo die Nl. 18 mm, bei dem fixierten und in Alkohol aufbewahrten nur noch 15 mm. Noch weiter- gehende Schrumpfungen bedingt bekanntlich das Einschließen in Paraffin. Vorläufig wird es auch kaum möglich sein, feste Schrumpfungskoeffizienten aufzustellen. Solche würden wohl nur auf Grund systematischer Versuchsreihen erhältlich sein.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2117314x_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


