Die kunstliche Unterbrechung der Schwangerschaft.
- Kleinwächter, Ludwig, 1839-1906.
- Date:
- 1890
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die kunstliche Unterbrechung der Schwangerschaft. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![künstliche Abortus von der Bildfläcbe und taucht erst gegen das Ende des 18. Jcahrhundcrts in England wieder auf, wo ihn AVilliam Cooper bei hochgradiger Beckenenge vorschlagt. Dieser Vorschlag fand in England allgemeinen Anklang, ebenso auch in Frankreich, wo sich demselben Fodcrc (f 1835), Vel- peau (t 18G7), Cazeaux (f 18()2), Dubois (j 1855), Stoltz (geb. 18Ü3), Jacqucmier it 1879), Chailly (f 18Ü6) ii. A. anschlössen, während sich die Fachmänner in Deutschland dem- selben gegenüber ablehnend verhielten, ausgenommen einige Wenige, wie früher Mende (1820) und späterhin Kiwisch (1846), so- wie Scanzoni (1854), welcher diesen Standpunkt heute noch festhält. 1 , - Anders ist die Geschichte der künstlichen Frühgeburt. Das Alterthum Uberliefert uns bezüglich derselben nichts Genaues, denn die einschlägigen Mittheilungen sprechen mehr für den künst- lichen Abort, als für die künstliche Frühgeburt. Die ersten Vor- läufer dieser Operation haben wir auf deutschein Boden zu suchen. Sagt ja Eucharius Kösslin schon im Jahre 1513 in seinem geteierten „Rosengarten, man solle, falls die Frucht abgestorben, die Geburt vorzeitig einleiten. Und die „Churbrandenburg'sche Hof-Wehe-Mutter, die bekannte J u s t i n e S i e g e m u n d i n (1G90), wenn sie bei Blutungen, herrührend von einer Placenta praevia, den Blasenstich machte, so that sie eigentlich auch nichts Anderes, als die künstliche Frühgeburt einleiten. Ebenso, wie die Siege- mundin, sehen wir Bohn (1707) vorgehen. Die wichtigste In- dication zur Vornahme der künstlichen Frühgeburt dagegen, das zu bedeutende räumliche Missverhältniss zwischen Becken und Fruchtkopf, sie konnte erst dann entdeckt werden, als die Be- deutung des Beckens für den Geburtsmechanismus erkannt und die Grundsteine zur Lehre vom engen Becken gelegt waren. H e i n r i c h D e V e n t e r (1 701), dem Schöpfer der Lehre vom engen Becken, musste erst de la Motte (1722), Dionis (1718), namentlich aber Smellie der Grosse (1751) folgen, dann erst als die Wichtigkeit des engen Beckens erfasst war, konnte die 'wichtigste aller Indicationen zur Einleitung der künstlichen Frühgeburt auf die Tagesordnung kommen, das Bestreben, bei Gegenwart eines engen Beckens nicht nur das Leben der Mutter zu^schützen, sondern auch jenes der Frucht zu retten. Wir sehen daher nicht früher, als im Jahre 1756, die angesehensten Aerzte Londons zu einer Berathung zusammentreten und in dieser Den- man, gestützt auf die Erfahrung, dass die Frauen in England den Kaiserschnitt nicht überstehen, und dass Frauen mit engem Becken, die zufällig vor der Zeit niedergekommen, nicht blos am Leben erhalten bleiben, sondern verhältnissmässig leicht sogar auch lebende Früchte gebären, den Vorschlag machen, aus den angeführten Grün- den die Schwangerschaft zu einem bestimmten Termine künstlich zu unterbrechen und diese Unterbrechung als thera])eutischen Factor zu verwerthen Ausser dieser Hauptindication stellte Denman](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2171700x_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)