Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![U\c wird, WO es in Rezepten vorkommt, nicht ein Sammenkorn bezeichnen, denn K 71b etc., III, 35 kommen H^u's von einem Stein, wahrscheinlich von Salz, vor. Man wird es vielmehr mit VON OefELE (briefl. Mitteilung) als eine Gewichtseinheit aufzufassen haben. Dieses als Gewicht benutzte „Korn“ war ursprünglich gewiss ein wirkliches Gerstenkorn, dem später ein Normalgewicht substituiert wurde. Zu vergleichen ist das „Gran“ des alten Apotheker- und Juweliergewichtes und die noch heute bei den Arabern übliche Dosierung nach Gerstenkörnern, die als Gewichte verwendet werden. BI.SAG = {sikarii) hirunnu nach IVR 19, 59/6oa.?.? Ist an dieser Stelle SAG allein vielleicht gleich kiminnn und gehört BI, wie der leere Raum dahinter zu zeigen scheint, nicht dazu, sondern zum vorhergehenden AZAG.GA} Heranzuziehen ist auch die Glosse ku-rii-un wohl zu SAG VR 19, 28a. In welchem Verhältnis kuninnu zu karanu steht, ist nicht ganz klar. Denn dass BI TIN = kuninnu (ASKT S. 80, Z. 19h) und G/NTIN (Thureau Dangin Rech. Nr. 372) — kai'anu zusammengehören, wird wohl nicht zu bestreiten sein; trotzdem sind aber die beiden doch irgendwie unterschieden, da sie nebeneinander Vor- kommen (VR IO, 83. IVR 60, 20a. K 71b etc., III, 33 u. ö.). Freilich, die Annahme, dass kurnnnu nur mit Sesam präparierter karanu sei, ist unbegründet; denn die Gleichung ku-rii-un SI.GIS.NI sainassami) — ku-ru-un-nu in dem von SCHEIL (ZA VIII, 198) publizierten Konstantinop. Vokabular sagt hierüber nichts, sondern sie kann nur dahin ausgelegt werden, dass auch mit Sesam behandelter kurunnu eben kurwinu ist und bleibt, und sie zeigt, dass es eben nicht das Charakteristikum des kuninnu ist, mit Sesam angesetzt zu sein, also das Gegen- teil von dem, was MEISSNER und nach ihm Delitzsch aus ihr geschlossen hat. S. JENSEN in KB VI, I, S. 319. Wozu man überhaupt Sesam(-öl oder -samen) an den Wein gethan hat, wissen wir nicht genau. VON Oefel.E ist der Ansicht, man habe die ölhaltigen Sesam- körner in zerquetschtem Zustande beigefügt, damit das aus ihnen an die Oberfläche auf- steigende Ol die Luft abschliesse. Z. 33. K[U^vor SI.SA.A ist zu ergänzen nach Parallelstellen (K 71 b etc., I, 22. II, 49. IV, 46) und wird wohl als kimn — Mehl aufzufassen sein; SI.SA.A ist nicht phonetisch zu lesen, sondern nach ZA VI, 295 (Meissner) == laptu = Brassica Rapa = „Rübsen, Rübsame“, eine auch bei uns weit verbreitete und viel kultivierte Ölfrucht. Zu Mehl verarbeitet man freilich die Samen dieser Pflanze heutzutage nicht mehr. kini HA.RU.BAT wird wohl ebenfalls eine Mehlsorte sein. DI.IK. TA möchte ich ganz phonetisch lesen; über dessen Ableitung und Bedeutung wird sich kaum etwas feststellen lassen. Vermuten kann man dafür etwa „Brei“. Am Ende unserer Zeile, wo ohne Zweifel isati zu ergänzen ist, wird ausnahmsweise einmal die Dauer der Kur angegeben, wie auch K 61 etc , I 7f. Z. 34. Der Anfang der Zeile kann nicht mit .Sicherheit ergänzt werden, das Ende aber wohl nach Z. 30f. Z. 35. DIR = malü, bezw. imillu nach IV R 21 20/21. 22/23 b u. a. St. Was soll gefüllt werden.? Was in der auf SI folgenden Lücke zu ergänzen ist, wird hauptsächlich durch den Sinn des darauf folg, i-na-izlsis mit bestimmt werden. Wenn nicht etwa i-na (isii) ba [. . .] zu lesen ist, so ist i-na-iz\s\s Präs. I i von einem Stamm nl-zjsjs, der vorliegt VR 45, II, 49 und jetzt auch bei ZiMMERN, Beiträge, S. 112, Z. 6 in der Form u-na-\^-azjsjs], wofür die Duplikate i-nal-izlsjs bieten; aus letzterer Stelle geht hervor, dass der Stamm transitiv ist, da sonst nicht II i und I i davon sich vertreten könnten. An unserer Stelle hätten wir also in der Lücke vor i-nal-izjs\s das Objekt hierzu zu ergänzen. An der ZiMMERN’schen Stelle wird mit nl-zlsjs eine im Mund oder mit dem Mund an Cedernholz — ZIMMERN sagt Gedernsaft, wofür aber kein Grund vor-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0100.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)