Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Z. 29. Für die Ergänzung der hier beginnenden ist wichtig die folgende Beschwörung ZZ. 40ff, von der leider nur wenige Zeilen, und auch diese nur teilweise, erhalten sind. Am Anfang war höchst wahrscheinlich nach dem Zeichen siptii die Erkrankung einer Persönlichkeit, vielleicht eines Gottes, erwähnt, wovon G\IG-ma^in\arisma noch erhalten ist. samimu) libln scheint trotz der entschieden übertreibenden Beschreibung, die im fol- genden von ihm gegeben wird, kein ganz erdichtetes Gewächs zu sein, da in ZZ. 4off wohl der Arzt und Beschwörer von seinem eigenen Verfahren mit dieser Pflanze spricht; wohl weil sie ganz besondere Wirkungen hat, darf sie nicht einheimisch sein, sondern muss aus Makkan = Arabien stammen; saminu lihbi kommt sonst in unseren Texten nirgends vor. Was Si)i mit der Pflanze gethan hat, ist leider weggebrochen; wahrscheinlich hat dagestanden, dass er sie aus Arabien geholt und — Z. 30 — in eine andere Gegend gebracht hat; jedenfalls war dabei auch schon das Gebirge [sadil) erwähnt, von dem am Ende der Zeile gesagt wird, dass Sawas die Pflanze von ihm herabgebracht hat. TA ist wohl sicher durch istu oder uitu wiederzugeben. Z. 31. Da der Rest von [kak\kari noch deutlich erhalten ist, und dahinter von der Pflanze etwas berichtet wird, was nur möglich ist, wenn sie vorher eingepflanzt worden ist, so ist die Ergänzung von bkiip ziemlich sicher. Vielleicht hat in der Lücke auch noch der Name eines dritten Gottes gestanden, was aber mit Rücksicht auf ZZ. 4off. nicht wahr- scheinlich ist. Nach ihrer Einpflanzung entwickelt nun die Pflanze ein ganz ungeheuerliches Wachs- tum: ihre Wurzel füllt den Erdboden; DIR ist ein gewöhnliches Ideogramm für iiialii und wird auch hier durch dieses Verbum wiederzugeben sein. Dieser Ausdehnung nach unten entspricht der Wuchs in die Plöhe. Was man unter den SI.MIS = karn'i einer Pflanze zu verstehen habe, ist mit Sicher- heit nicht zu sagen, wenn man nicht weiss, was für eine Pflanze gemeint ist; es ist nur darauf hinzuweisen, dass es 2 Pflanzen giebt, die im Assyrischen als hörnertragend bezeichnet zu werden scheinen, nämlich iihulii kar>innu und piiklu karuäiin. nak-pa-[ma\ 3. Pers. Fern. Plur. Permansiv I i von nakäpii (-{- ma), dessen Bedeutung eigentlich „stossen“ zu sein scheint. So erklärte es sich, dass der Stier nakipn genannt wird (IV R IV, 15), dass das Verbum vom agn, vom inurjis kakkadi und vom kis Ubbi (s. bei Delitzsch s. v. nakapu], endlich und vor allem, dass es in der Verbindung mit karnu Horn gebraucht wird. Auch das im Hebräischen ihm entsprechende Wort 531: könnte in erster Linie „stossen“ heissen, [nakäpit = „stossen“ liegt auch vor in um? muttakpntum IVR 5, 2 = „stossende Tage, d. i. Stürme“ (s. KB VI, i, S. 3iof u. 5Ö3f), die man mit Stieren verglich (ibid. S. 452f), ferner in nakapii, von einer Mauer gesagt (K 2034, II, 13 nach Delitzsch HWB 464), = „vorspringen“, und danach in ittakipuni bei Tiglatpileser III. Annalen, Z. 127: nach dieser Stelle „stösst“ Atx Saw?i-Sabit im oder aus dem Libanon „vor“, der Sawu mit der höchsten Erhebung des Libanon, dessen nördlichsten Teil er bildet. (J.)] Die Vorstellung ist hier offenbar die, dass die Pflanze mit einzelnen Teilen bis an den Plimmel reicht. Den Anlass zu dieser Vorstellung mag eine Aloe gegeben haben; die Blätter dieser Pflanzenfamilie kann man ihrer Eorm wegen recht wohl mit Hörnern ver- gleichen, und manche Arten erreichen eine nicht unbedeutende Höhe, bis zu 20 m. Da verschiedene Aloearten in Arabien heimisch sind, allerdings wohl keine dieser grössten, gewinnt unsere oben geäusserte Vermutung an Wahrscheinlichkeit. Z. 32. Dieses Wachsen der Pflanze hat nun weitgehende Folgen: Götter, Menschen und Tiere werden davon betroffen; etwas „fasst“ ihre „Herzen“; ob die Pflanze selbst Subjekt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0111.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)