Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![Koiiiiiientar /u K iiji III, 35 — 57. (77 fassen sein, lun Zusammenhang mit irsu „Bett“ ist mit Sicherheit anzunehmen, wenn die erste Silbe iir zu lesen ist. Z. 36. Der Sinn dieser Zeile ist ganz dunkel; weder tituii/[})r// noch tui^aru sind ihrem Sinne nach bekannt; tuinunt (das an arab. anklingt J.) kommt überhaupt unseres Wissens ausser an dieser Stelle nirgends vor, ein Wort tugani{u) nur noch in VR 16, 73g. h i^SUR = tn-ga-ru{m^, einer Stelle, aus der sich für die Bedeutung des Wortes nichts ent- nehmen lässt. Z. 37. Die Lücke am Anfang weiss ich nicht zu ergänzen. Dunkel bleibt auch [-){jiia-)SU-su. Das Suffix bezieht sich vielleicht auf uvnnni Iihbi. idi wird 3. oder i. Pers. Präs. I i und „er (oder ich) weiss“ zu übersetzen sein. = wo(hin) ergiebt sich mit Sicherheit aus den bei DKF.iTZSCll (PIWB 79a) an- geführten Stellen. iskunn\ die 3. Pers., die hier Subjekt ist, ist vielleicht einer der zu Anfang der Beschwörung genannten Götter, der das saiumit libln irgendwohin gelegt hat. tdi würde dann vielleicht besagen, dass (nur) dieser Gott den Platz des saminn libbi kennt. Aber wahrscheinlicher ist es, dass der Zauberarzt sich diese Kenntnis zuschreibt. Das wird besonders durch ZZ. 40ff. nahe gelegt, wo der Zauberarzt sich offenbar selbst mit dieser Pflanze beschäftigt. Z. 38. Der Anfang lautete vermutlich, gegen meine Plrgänzung auf S. 10, AK.AK.IU = nipisi-hi, wie ZZ. 59. 61. 64 70, d. h. seine = dabei vorzunehmende Handlungen. Z. 39. Am Anfang ist vermutlich noch ein Pflanzenname und danach mit Sicherheit zu P\A = tamahas zu ergänzen; letzteres ist infolge der Erhaltung des phonetischen Kom- plements [-ap völlig gesichert. Das „Trinken mit cier linken Hand“ zeigt, dass es .sich hier auch um eine aber- gläubische Verrichtung, nicht nur um Pfinnahme einer Arzenei handelt; soll aus der hohlen Hand getrunken werden.? Parallelen dafür sind mir nicht bekannt. ZZ. 40ff. Die hier folgende Beschwörung steht augenscheinlich im engsten Zusammen- hang mit dem Abschnitt ZZ. 29—37. Z. 41. Die Ergänzungen verstehen sich fast von selbst, sobald man auf Grund von ZZ. 62,63 zrigiebt, dass in unseren Texten Beschwörungen auch nicht-stichisch geschrieben sein können. — Der Zweck der Handlung ist offenbar der, durch Nachahmung der Vorgänge, die in ZZ. 29 ff geschildert waren, dasselbe Resultat wie dort zu erzielen. Z. 42. Ist meine Ergänzung zu äbbi sam’i n irAtivi richtig, so sind unter sami 11 irsitiin v'ielleicht zusammenfassend die ZZ. 32—35 gesondert aufgezählten Lebewesen zu verstehen. Z. 55. Das Verbum waraku (oder ist k zu lesen.?) ist mir bisher nur aus VR 45, IV, 35 und BA II, 636, ZZ. 12, 27 und 31 bekannt; eine Bedeutung dafür lässt sich aus diesen Stellen mit einiger Sicherheit nicht erschliessen; aus unserer Stelle scheint sich zu ergeben, dass es eine ähnliche Bedeutung haben muss wie kasäsii, kasämit, hasaln oder mahdsii\ und dieser Umstand dürfte stark für die Lesung mit k ins Gewicht fallen, weil sich dadurch eine Anlehnung an neuhebr. „Salbenbrei“, hebr. „reiben (polieren)“, ermöglicht und eine Bedeutung „zerreiben“ ausgezeichnet in den Zusammenhang passt. Z. 57. uapih, Perm. I i von uapahu ,,blasen“, steht hier wohl in seiner ursprüng- lichen Bedeutung [„ist (auf)geblasen“], und nicht, wie gewöhnlich, im Sinne von ,,angeblasen werden“ „aufflammen“ (vom Feuer). Denn Inppii (nach unserer Stelle mit p) soll zwar nach Delitzsch HWB 368 ,,Fett“ bedeuten und wäre in diesem P'alle wohl sicher mit liblpii „Hammeltalg“ (Craig RT II, i i, 13) Küchler, Assyr. ]\led. 13](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0113.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)