Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler.
- Date:
- 1904
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Assyrisch-Babylonischen Medizin : Texte mit Umschrift, Übersetzung und Kommentar / von Friedrich Küchler. Source: Wellcome Collection.
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![zusammeiizustellen. Allein ein luppii oder lubbiL = „Fett“ ist nicht nachweisbar; viel- mehr scheint dies Wort ,,Balg“ oder „Schlauch aus Leder“ zn bedeuten. Denn SU.LU.UB (= l?ibb\ppu) + patihatu ist nach II R 44, 68 gleich patihatu allein; dies aber wechselt in IV R 56 [63], 55 mit SU.BIR = tukkanii = ,,Schlauch“ und dergl. (von der Form einer Niere.?) in IV R 55 [62], 29. Danach scheinen aiasit und nuhu == SU.LU.UB .NI.GIS, d. i. „lubb\ppu mit Fett“ (IIR 44, Ö9f.) das Schwein oder fette Schwein als „Fettbalg“ oder einen Balg mit Fett als „Schwein“ zu bezeichnen. Dies alles zum Teil mit, zum Teil gegen KB VI, I, S. 538. (J.) Z. 58. (isu) MA.NU ist wohl durch irn wiederzugeben, ein Wort, das entweder Name eines bestimmten Baumes ist, oder „Zweig, Schössling“ bedeutet. UI).DU wohl = VT/ (Perm. I i v. Stamme = „ist hervorgegangen“; das am Ende stehende -ina wäre dann wohl die Partikel „und“, und dies allein würde vielleicht schon darauf schliessen lassen, dass hier nicht eine vollständige Beschwörungsformel vorliegt, sondern nur der Anfang einer solchen, ein Fall, den wir auch sonst öfters anzunehmen haben, z. B. höchst wahrscheinlich auch Z. 60. Allerdings steht -ma auch in erzählenden Texten manchmal am Ende eines Satzes, ohne dass es dort eine Verbindung mit dem folgenden hersteilen soll oder kann, z. B. Sanherib Col. V, 4. Z. 59. In dieser Zeile ist ausser LI.DUR, das vielleicht auch Sp. IV, 52 vorkommt und wohl einen Körperteil des Kranken bezeichnet, alles klar. Z. 60. Die Wörter der Zeile sind alle bekannt; der Sinn ist trotzdem ganz dunkel. — Ist libbit hier vielleicht = Inhalt.? Lhid BI ist doch gewiss sikani zu lesen, navi-zi-tum, das „Mischgefäss“, dürfte darauf hinweisen. Zu einer Form la-as-.^u-uh wäre zu vgl. Delitzsch, Gr.', S. 257. Doch ist wohl besser la assuh zu lesen und in la die Negationspartikel lä zu sehen. Höchst wahrscheinlich liegt hier, wie schon gesagt, nur der Anfang einer dem Arzt bekannten Beschwörungsformel vor. Z. 61. Die Bedeutung von tii-inar-rat[d, /.?) ist dunkel; die gleiche Form findet sich noch V R 45, IV, 36; man erwartet etwas wie „abwischen“; die übrigen semitischen Sprachen geben keinen Anhalt zur Bestimmung der Bedeutung. ZZ, 62 f. Der angeredete „Wind“ ist offenbar als Erreger der zu behandelnden Krank- heit gedacht, ähnlich z. B. IVR29* IV C, Rücks. II, loff. An unserer Stelle wird dieser Krankheit erregende Wind noch näher beschrieben. Z. 62. Zunächst ist er ein säru uinmi, ohne Zweifel „Wind der Glut, der Hitze“; diese Bezeichnung wird vielleicht darin ihren Grund haben, dass der Wind hier als Erreger der P'ieberhitze gedacht ist. Man könnte auch annehmen, dass särn imimi einfach ,,heisser Wind“ bedeutete und den Flatus als „warm“ bezeichnete; doch würde er dann wohl sarn iinmu heissen. ain-ina war bisher als selbständiges Wort unbekannt; mit Sicherheit kann aus unserer Stelle allein die Bedeutung nicht erschlossen werden; scheinbar am nächsten liegt es, an eine Präposition mit der Bedeutung von—her zu denken. Wahrscheinlich aber liegt ein Substantiv vor, das mit dem ersten Bestandteil der Namen Haminu-rabi (= Ammu-rabi), Ammi-sadngga und Ammi-sata>ia identisch ist. Dies wird man wirklich mit arabischem w -- „Oheim“, hebräischem „Stammgenosse, Verwandter“ zusammenstellen dürfen, sowie mit dem Bestandteil in vielen hebräischen Eigennamen, der gerade so verwendet wird wie und “'fix. Dass die oben genannten Namen gut babylonisch sind, wird nun wohl nicht mehr bezweifelt werden dürfen, nachdem sich in den uralten Texten, die von SCHETL, Textes Elamites-semitiques veröftentlicht sind, ein A-ma-[ihi) IN.ZU = xhna-SiJi (1. c. pl. II,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28038472_0114.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)